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Formel-1-Feeling im SUV! Dieser Porsche Cayenne ist ein Monster

Erste Fahrt Porsche Cayenne Turbo Electric 2026
Porsche Cayenne Turbo Electric. Credit: Porsche
Martin Westerhoff
Martin Westerhoff

Von null auf hundert in 2,5 Sekunden: Der neue Porsche Cayenne Turbo Electric beschleunigt auf Formel-1-Niveau und bricht mit 1.156 PS alle Leistungsrekorde der Stuttgarter Sportwagenschmiede. Wir haben das brachiale Über-SUV in den Pyrenäen getestet.

Linker Fuß auf der Bremse, der rechte pinnt das Fahrpedal ans Bodenblech. Sport Plus aktiviert die Launch Control. Bremse lösen – und Abflug! Ungestüm schießt der SUV nach vorn. Zehn Prozent Schlupf an allen vier Rädern gelten als ideal für maximale Traktion. In wahnwitzigen 2,5 Sekunden flimmern 100 km/h über das Display. Das ist Formel-1-Niveau in einem hochbeinigen Koloss.

Erste Fahrt Porsche Cayenne Turbo Electric 2026
Porsche Cayenne Turbo Electric. Credit: Porsche

Wir testen den Porsche Cayenne Turbo Electric in den südlichen Ausläufern der Pyrenäen. Mit 850 kW (1.156 PS) im Overboost-Modus krönt er sich zum stärksten Serien-Porsche aller Zeiten. Bereits regulär vernichtet der Schwabe mit 630 kW (857 PS) steile Passstraßen mühelos.

Damit der E-Motor an der Hinterachse bei dieser Gewaltkur nicht frühzeitig ins Schwitzen kommt und an Leistung verliert, kühlt ihn ein dünnflüssiges Synthetiköl direkt an den Statorwicklungen – eine Technologie, die Porsche direkt aus der Formel E auf die Straße bringt.

Vom Supersportwagen zum Schlammwühler

Doch der Cayenne will nicht nur Supersportwagen sein. Fahrmodi verwandeln den Charakter blitzschnell von der sänftenartigen Reiselimousine bis zum fähigen Offroader. Für rund 1.100 Euro gibt es ein spezielles Offroad-Paket, unter anderem mit modifiziertem Bugunterteil und bis zu 25 Grad Böschungswinkel.

Bemerkenswert: Porsche traut sich was und gibt das E-SUV mit optionaler Anhängerkupplung für bis zu 3.500 Kilogramm Anhängelast frei. Andere Hersteller scheuen schwere Anhänger bei E-Autos aus purer Angst vor Image- und Reichweitenverlust – ein physikalischer Fakt, der bei Verbrennern allerdings ganz genauso gilt.

Hightech gegen die Masse

Auf der Straße kaschiert Hightech die massiven 2.645 Kilogramm Leergewicht. Die optionale Hinterachslenkung (1.701 Euro) lässt den Riesen beim Rangieren scheinbar schrumpfen und zirkelt ihn mit extrem wenig Stellwinkel am Lenkrad durch Kehren. Das absolute Highlight fordert 8.324 Euro extra: Das aktive Fahrwerk Porsche Active Ride radiert Bodenwellen weg und hält die Karosserie in hängenden Kurven stoisch waagerecht.

Erste Fahrt Porsche Cayenne Turbo Electric 2026
Porsche Cayenne Turbo Electric. Credit: Porsche

Doch die Physik lässt sich nicht völlig austricksen. Vor engen Haarnadelkurven können selbst die fast 10.000 Euro teuren Keramikbremsen (PCCB) nichts daran ändern, dass der Bremsweg mit dem Tempo quadratisch wächst. Wer im Geschwindigkeitsrausch zu spät ankert, gelang an die Grenzen des Machbaren.

Luxus-Lounge und High-Speed-Laden

Im edlen Innenraum bündelt das nach unten gebogene Zentraldisplay alle Fahrinfos. Warum gebogen? So lässt sich die Hand auflegen und tippen, während das Infotainment die Tastatur exakt auf dem abknickenden Bereich des Displays einblendet – sehr praktisch. Der Beifahrer kann auf einem eigenen Touchscreen (1.951 Euro) streamen oder zocken. Fondpassagiere reisen dank serienmäßig elektrisch verstellbaren Sitzen First Class.

Erste Fahrt Porsche Cayenne Turbo Electric 2026
Porsche Cayenne Turbo Electric. Credit: Porsche

Das Datenblatt verspricht bis zu 624 Kilometer Reichweite. Maximal erlaubt die Elektronik 260 km/h. An einer Hochleistungs-Ladesäule lässt die 800-Volt-Architektur den Strom mit bis zu 400 kW in die Akkus strömen. In nur 16 Minuten springt der Ladestand so im Idealfall von zehn auf 80 Prozent.

Mindestens 165.500 Euro ruft Porsche auf. Wer fleißig Extras ordert, knackt wie unser Testwagen für 209.170 Euro spielend die 200.000-Euro-Marke.

Fazit

Wer fürchtet, die deutsche Autoindustrie hätte bei der Elektromobilität den Anschluss verloren, dem beweist der Cayenne Turbo Electric, was schwäbische Ingenieurskunst heute bedeutet. Dieses Über-SUV fasziniert durch die unglaubliche Wandlungsfähigkeit von der Langstrecken-Sänfte zum kompromisslosen Kurvenräuber. Dass ein derart wuchtiger Koloss so spielerisch agil fährt, verdient allerhöchsten Respekt. Und ist nur möglich, wenn Antrieb, Fahrwerk und Aerodynamik konsequent als Ganzes gedacht werden.

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Autor

Martin Westerhoff
Martin Westerhoff

Nach seinem Technikjournalismus-Studium war Martin über fünf Jahre lang Redakteur bei Auto Bild Motorsport. Auch wenn er nach verschiedenen Stationen in Journalismus und PR heute hauptberuflich als Redaktionsleiter in einer großen Kommunikationsagentur arbeitet: Für F1-Insider.com schreibt er immer wieder gerne über seine Eindrücke und Erlebnisse am Steuer von Renn- und Rallyefahrzeugen.


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