Der Motoren-Zoff in der Formel 1 geht weiter. Nach Diskussionen um einen möglichen Vorteil bei Mercedes greift die FIA jetzt früher als geplant ein.
Die nächste Technik-Debatte in der Formel 1 ist entschieden – zumindest vorerst. Nach dem Wirbel um einem möglichen Trick bei der Motoren-Verdichtung von Mercedes hat die FIA das Technische Reglement angepasst und den Zeitplan überraschend vorgezogen.
Im Zentrum der Diskussion stand das sogenannte Verdichtungsverhältnis der Power Unit. Konkurrenten hatten argwöhnisch registriert, dass Mercedes offenbar eine Lösung gefunden hatte, die im Rahmen der bisherigen Messmethoden legal war, unter realen Betriebsbedingungen auf der Strecke aber Vorteile bringen könnte.
Schlecht für Mercedes: Motoren-Messung bald auch im heißen Zustand
Bisher galt: Das geometrische Verdichtungsverhältnis durfte maximal 16:1 betragen – gemessen bei Umgebungstemperatur. Der Verdacht: Mercedes erreicht durch thermische Ausdehnung bestimmter Materialen während der Fahrt eine Kompressionsrate von bis zu 18:1.
Nun hat die FIA klargestellt: Bald wird zusätzlich bei 130 Grad Celsius gemessen. Und zwar früher als ursprünglich vorgesehen. Das dürfte Mercedes zum Abrüsten zwingen.
Laut Artikel C5.4.3 des Technischen Reglements gilt:
- Bis 31. Mai 2026: Messung nur bei Umgebungstemperatur
- Ab 1. Juni 2026 bis Ende 2026: Messung bei Umgebungstemperatur und bei 130 Grad
- Ab 2027: ausschließlich Messung im heißen Zustand
Zunächst sollte die neue Regel erst im August greifen. Nun wird sie bereits ab 1. Juni umgesetzt. ein schwerer Schlag für Mercedes.

Mercedes: Sieben Rennen mit möglichem Vorteil
Das bedeutet: Mercedes könnte in den ersten sieben Saisonrennen noch von dem mutmaßlichen Vorteil profitieren, bevor die verschärfte Kontrolle greift.
Der Hersteller selbst spielt die Bedeutung der Lösung herunter. Rivalen dagegen sprechen hinter vorgehaltener Hand von einem möglichen Performance-Schub für alle Mercedes-Kundenteams.
Egal ob es tatsächlich ein entscheidender Vorteil war oder nur ein geschicktes Ausnutzen der Grauzone; die FIA wollte offenbar kein Risiko eingehen.
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