Formel 1

Sind die 2026er Autos illegal? Ex-Schumacher-Teamkollege klärt auf

Formel 1 Oscar Piastri McLaren Japan 2026
Oscar Piastri. Credit: Simon Galloway/LAT Images
Alex Warneke
Alex Warneke

Brundle schlägt Alarm: Entscheidet die Software über Überholmanöver, könnte das gegen das Grundprinzip der Formel 1 verstoßen.

Die Kritik am neuen Formel-1-Reglement erreicht die nächste Stufe. Nach drei Rennen geht es längst nicht mehr nur um „unschönes Racing“ oder frustrierte Fahrer, jetzt steht plötzlich eine Grundsatzfrage im Raum: Verstoßen die 2026er Autos womöglich sogar gegen das Reglement?

Ausgelöst wurde die Debatte durch Aussagen von Martin Brundle, ehemaliger Teamkollegen von Michael Schumacher bei Benetton. Der Brite schlägt Alarm und bringt ein zentrales Problem der neuen Generation auf den Punkt.

Formel 1 Japan GP Start 2026
Credit: Mark Thompson/Getty Images

Fahrer verlieren die Kontrolle mit den neuen Autos

Spätestens nach dem Japan-GP ist klar: Die Kontrolle über das Auto liegt nicht mehr vollständig beim Fahrer. Besonders das Energiemanagement sorgt für bizarre Situationen.

Lando Norris schilderte nach dem Rennen offen, wie absurd sich das Ganze anfühlt:
Er habe ein Überholmanöver gegen Lewis Hamilton gar nicht gewollt, doch das Auto habe durch die automatische Energiefreisetzung trotzdem beschleunigt. Kurz darauf fehlte ihm die Energie zur Verteidigung, der Gegner zog wieder vorbei.

Nur ein Szenario, das mit klassischem Racing nichts mehr zu tun hat. Noch brisanter: In schnellen Passagen wie 130R in Suzuka kann diese unkontrollierbare Leistungsabgabe sogar gefährlich werden. Fahrer müssen plötzlich lupfen oder reagieren auf Situationen, die sie selbst gar nicht ausgelöst haben.

Verstoß gegen das Grundprinzip?

Genau hier setzt Brundle an und wird bei der „F1 Show“ deutlich: „Der Fahrer muss das Auto alleine und ohne Hilfe fahren.“ Dieser Grundsatz ist im Reglement fest verankert. Doch genau dieser Punkt gerät jetzt ins Wanken. Wenn Software entscheidet, wann Leistung abgegeben wird, und der Fahrer das nicht mehr verhindern kann, stellt sich zwangsläufig die Frage: Wer fährt das Auto eigentlich noch?

Formel 1 Nico Hülkenberg Audi Japan 2026
Nico Hülkenberg. Credit: Audi

Brundle bringt es auf den Punkt: Die Leistungsabgabe müsse linear und direkt mit dem Gaspedal verbunden sein. Alles andere widerspreche dem Kern des Sports.

Zudem der plötzliche Leistungsabfall beim Laden einem weiteren Punkt im Reglement widerspricht: Artikel B185 (Driving). „Zu keinem Zeitpunkt darf ein Formel-1-Auto unnötig langsam, unregelmäßig oder auf einer Weise gefahren werden, die als potentiell gefährlich für andere Fahrer oder andere Personen angesehen werden könnte“, steht dort geschrieben.

FIA unter Druck

Aus einem sportlichen Problem wird plötzlich ein politisches. Sollte sich bestätigen, dass die Systeme tatsächlich aktiv gegen den Fahrer arbeiten, müsste die FIA handeln. Die Konsequenzen wären enorm: Nicht nur Anpassungen am Energiemanagement, sondern möglicherweise eine grundlegende Korrektur des gesamten Konzepts.

Denn eines ist klar: Wenn der Fahrer nicht mehr die volle Kontrolle hat, verliert die Formel 1 ihren wichtigsten Bestandteil, den Menschen im Cockpit. Die Kritik wird lauter. Und diesmal geht es nicht nur um Show oder Racing-Qualität. Sondern um die Frage, ob die Formel 1 noch das ist, was sie immer sein wollte.

FOLGT UNS AUF YOUTUBE!
DAS IST F1-Insider.com!


Autor

Alex Warneke
Alex Warneke

Alex ist unser Hybrid im Redaktionsteam. Als Rennspiel-Experte versorgt er die F1 Insider Leser mit Texten aus der SimRacing-Welt. Zudem ist Alex als Videocreator im F1-Insider-Team aktiv. Interviews und spannende Themen aus der Formel 1 bereitet er für unseren YouTube Kanal auf.


Verwandte Artikel