Formel 1

Motor-Joker sorgt für Zoff: FIA klärt brisantes Detail

Formel 1 George Russell Mercedes Japan 2026
George Russell. Credit: Jiri Krenek / ACTIVEPICTURES
Bianca Garloff
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Neue Motor-Joker sollen schwache Hersteller retten, doch jetzt steht plötzlich der Verdacht im Raum: Tricksen Teams bewusst?

In der Formel 1 eskaliert der nächste Technik-Streit. Im Fokus stehen die sogenannten ADUO-Regeln – zusätzliche Antriebs-Entwicklungsjoker für Motorenhersteller, die im Rückstand liegen. Eigentlich gedacht als Ausgleichssystem, sorgen sie jetzt für politische Spannungen im Fahrerlager.

Mercedes warnt vor Trickserei

Besonders laut meldet sich Toto Wolff zu Wort. Der Mercedes-Boss befürchtet, dass Teams ihre tatsächliche Motorleistung bewusst verschleiern könnten, um in den Genuss zusätzlicher Entwicklungsfreiräume zu kommen.

Hintergrund: Hersteller mit mehr als zwei Prozent Leistungsrückstand dürfen während der Saison zusätzliche Motor-Upgrades bringen, bei über vier Prozent sogar doppelt.

Vor allem Ferrari steht im Fokus. Die Scuderia gilt beim Chassis als stark, kämpft aber offenbar mit einem leistungsschwächeren Motor. Genau hier könnte der Joker greifen.

FIA klärt: Es geht nur um PS

Jetzt hat FIA-Technikchef Nikolas Tombazis ein entscheidendes Detail offengelegt: Für die Bewertung zählt ausschließlich die Motorleistung – gemessen in PS.

Andere Faktoren wie Turbogröße, Druck oder Temperatur werden bewusst nicht berücksichtigt. Obwohl die FIA die möglichen Probleme kannte. Tombazis: „Es war natürlich bekannt, dass Motorleistung nicht nur eine Zahl ist.“

Der Grund für diese einfache Regel liegt bei den Teams selbst.

Formel 1 Japan GP Start 2026, Formula 1
Credit: Mark Thompson/Getty Images

„Wir fragten, ob wir bestimmte Aspekte wie beispielsweise die Turbodrücke, die Turbodurchmesser oder die Temperatur im Ansaugkrümmer berücksichtigen sollten, und die allgemeine Haltung der PU-Hersteller lautete damals, dass wir es einfach halten sollten.“

Ferrari im Vorteil?

Genau diese Einfachheit könnte jetzt zum Problem werden. Denn wenn nur die PS zählen, lassen sich andere Performance-Faktoren leichter kaschieren.

Formel 1 Lewis Hamilton Ferrari Japan 2026
Lewis Hamilton. Credit: Clive Mason/Getty Images

Gerüchte sehen Ferrari mit rund 20 PS Rückstand. Das ist genug, um in den Bereich der Zusatz-Joker zu fallen. Auch Audi könnte profitieren.

Joker-System sorgt für Spannung

Die ADUO-Regeln werden in mehreren Phasen über die Saison verteilt. Nach bestimmten Rennblöcken wird der Rückstand neu bewertet und entschieden, wer zusätzliche Entwicklungsrechte bekommt.

Das sorgt nicht nur für technische, sondern auch für politische Brisanz. Denn jeder Vorteil kann im engen Titelkampf entscheidend sein.

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Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


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