Der Engel erobert die Grüne Hölle!
Zum zweiten Mal nach 2016 hat Maro Engel im Mercedes-AMG GT3 das 24h-Rennen am Nürburgring gewonnen. Nach dem Überholmanöver in der letzten Runde 2016 rang er diesmal Max Verstappen nieder. Mit ein wenig Hilfe der Nordschleife zwar, die dem viermaligen Formel-1-Weltmeister den Triumph bei seiner Premiere partout nicht gönnen wollte. Dennoch begeisterte Engel in diversen Duellen mit dem Red Bull-Star.
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Entsprechend positiv sprach der Sieger nach dem Rennen in einer Presserunde mit F1-Insider.com über seinen Gegner aus der Königsklasse: „Er ist unglaublich gefahren, war unfassbar schnell, keine Frage.“ Besonders beeindruckt hat ihn Verstappens Herangehensweise an das 24h-Abenteuer. „Es hat wahnsinnig Spaß gemacht, mit ihm zu arbeiten und zu sehen, wie er dieses Rennen angeht.“
Vor dem technischen K.o. lag der Verstappen-AMG rund 30 Sekunden vor dem Schwesterauto in Führung. Für Engel war klar: „Sie hätten den Sieg absolut verdient gehabt. Sie hatten das Rennen in der Hand.“
Verstappen brachte neue Ideen ins Team
Besonders bemerkenswert: Verstappen soll sich trotz seiner vier Formel-1-WM-Titel komplett ins Team integriert haben. „Er war sehr offen und hat neue Perspektiven mitgebracht – mit seinem Wissen und seiner Herangehensweise“, verrät Engel. „Das hat das Team definitiv auf ein höheres Performance-Level gebracht.“

Der Niederländer habe bei Mercedes-AMG sogar eine neue Setup-Philosophie angestoßen, die dem Team auf der Nordschleife geholfen habe.
Das irre Nachtduell auf der Nordschleife
Zu den Highlights des Rennens gehörte aber das nächtliche Duell zwischen den beiden Winward-Mercedes. Besonders brenzlig wurde es gegen zwei Uhr morgens im Tiergarten. Beim Überrunden langsamerer Fahrzeuge drückte Verstappen den attackierenden Engel weit nach außen. Der Deutsche musste teilweise durchs Gras ausweichen. Beide AMG GT3 berührten sich leicht.
„Es war ein Missverständnis im Verkehr“, erklärte Engel später entspannt. Schaden sei keiner entstanden. „Danach haben wir darüber gelacht.“ Das Duell habe ihm sogar richtig Spaß gemacht: „Es war teilweise wie Rallyefahren. Ich habe im Helm gegrinst.“ Allerdings fand man den Zweikampf bei WInward-Mercedes weniger lustig. Engel: „Das Team wurde dann doch etwas nervös, also habe ich mich in meinem Sitz erstmal wieder zurückgelehnt und das ganze aus der Logenposition beobachtet.“
Hatte die Berührung etwas mit dem Defekt zu tun?
Allein: Nach dem Ausfall des Verstappen-AMG wurde schnell spekuliert, ob die nächtliche Berührung möglicherweise die Ursache für den späteren Antriebswellenschaden gewesen sein könnte. Engel glaubt das nicht. „Der Mercedes-AMG GT3 ist eines der standfestesten Autos überhaupt“, betont er. „Von außen betrachtet würde ich sagen: einfach Pech.“

Auch Teamkollege Lucas Auer hatte den Defekt zuvor als unglücklichen Einzelfall bezeichnet.
Verstappen soll zurückkommen
Für Engel steht dennoch oder gerade deshalb fest: Verstappen gehört auf die Nordschleife. „Es wäre großartig, wenn Max nächstes Jahr zurückkommt“, so der Mercedes-Pilot. „Er hat klar gezeigt, wie beeindruckend schnell er hier im GT3-Auto ist.“
Und vielleicht bekommt Verstappen bald sogar Gesellschaft aus der Formel 1. Engel bestätigte, dass Mercedes-Junior Kimi Antonelli großes Interesse an einem Nürburgring-Start haben soll. „Ich habe mit ihm schon darüber geredet. Er ist Feuer und Flamme.“
Kaffee-Date statt Streit
Zurück zum Duell Engel gegen Teufel – äh – Verstappen: Noch vor einem Jahr galten beide für viele Fans als Erzfeinde. Damals hatte Engel öffentlich Zweifel an einer Nordschleifen-Rundenzeit Verstappens geäußert.
Die Diskussion ging viral. Doch laut Engel sei das längst vergessen. „Zwischen Max und mir war das Verhältnis absolut top“, stellt er klar. Und hofft er sogar auf ein Wiedersehen abseits der Rennstrecke: „Vielleicht treffen wir uns bald in Monaco auf einen Kaffee oder auf dem Spielplatz mit den Kindern.“
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