Nach zwei zweiten Plätzen und dem Sieg in Barcelona ist Lewis Hamilton der Fahrer der Stunde in der Formel 1. Aber ist Ferrari jetzt wirklich ein Hamilton-Team?
Lewis Hamilton feierte in Barcelona seinen ersten Ferrari-Sieg und hat damit die Diskussion um die Rollenverteilung bei der Scuderia neu entfacht. Wird Ferrari nun endgültig zum Hamilton-Team? Ex-Formel-1-Pilot Jolyon Palmer hält diese Einschätzung für deutlich übertrieben.
Nach seinem Triumph in Spanien liegt Hamilton in der Weltmeisterschaft bereits auf Rang zwei und hat den Rückstand auf Mercedes-Pilot Andrea Kimi Antonelli auf 41 Punkte verkürzt. Gleichzeitig häufen sich die Stimmen, die Ferrari dazu auffordern, den siebenmaligen Weltmeister im Titelkampf zu unterstützen.

Palmer sieht die Situation jedoch differenzierter. „Es gibt momentan dieses etwas einfache Narrativ, dass Lewis Charles bei Ferrari komplett dominiert und das Team nun ihm gehört“, erklärte der Brite im Podcast F1 Nation.
Palmer verteidigt Leclerc
Tatsächlich seien die Abstände zwischen den beiden Ferrari-Piloten deutlich geringer gewesen, als es die Ergebnisse vermuten lassen.
„Charles war an vielen Wochenenden genauso schnell oder sogar schneller als Lewis“, betont Palmer. Als Ausnahme nennt er Kanada, wo Hamilton klar die Oberhand hatte. In Monaco und Barcelona habe Leclerc dagegen bis zu seinen Fehlern beziehungsweise Problemen absolut auf Augenhöhe agiert.

Aus Palmers Sicht ist deshalb nicht Hamilton der Hauptgrund für Leclercs Rückstand, sondern vielmehr der Monegasse selbst. „Charles ist momentan sein eigener größter Gegner“, urteilt der ehemalige Renault-Pilot.
Ferrari steht vor schwieriger Entscheidung
Trotzdem könnte Ferrari schon bald vor einer unangenehmen Frage stehen. Sollte Hamilton weiter Punkte auf Antonelli gutmachen, könnte Teamchef Frédéric Vasseur gezwungen sein, den Briten intern zu bevorzugen.
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Auch Ex-IndyCar-Pilot James Hinchcliffe hält das für möglich. „Wenn Ferrari Mercedes wirklich angreifen will, dann musst du irgendwann alle Eier in einen Korb legen“, erklärt er. Hamilton sei aktuell der einzige Ferrari-Pilot mit realistischer Titelchance. Leclerc hat durch seine Ausfälle in Monaco und Barcelona bereits deutlich an Boden verloren.
Noch denkt Ferrari offiziell nicht an Stallorder. Nach nur einem Sieg wolle man sich nicht von der Euphorie mitreißen lassen. Doch sollte Hamilton seine starke Form bestätigen, könnte die Frage nach einer Nummer eins schon bald deutlich lauter werden.
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