Formel 1

Antonelli richtet trotz Silverstone-Schock Warnung an die Konkurrenz

Formel 1 Andrea Kimi Antonelli Mercedes Silverstone 2026
Andrea Kimi Antonelli. Credit: Mercedes
Bianca Garloff
Bianca Garloff

Kimi Antonelli erlebt in Silverstone den nächsten bitteren Rückschlag. Doch trotz Technik-Pech und verlorener WM-Punkte zeigt sich der Mercedes-Star kämpferisch.

Vom möglichen Sieg zu null Punkten.

Für Kimi Antonelli wurde der Große Preis von Großbritannien zur nächsten bitteren Enttäuschung. Der WM-Führende war in Silverstone auf dem Weg zu einem Top-Ergebnis, ehe ein technisches Problem alle Hoffnungen zerstörte.

Es war bereits der zweite Defekt in den vergangenen drei Rennen. Dadurch ist Antonellis Vorsprung in der Fahrer-WM auf nur noch 25 Punkte geschrumpft. Den Kampfgeist des 19-Jährigen hat die Pechsträhne aber nicht gebrochen.

Antonelli: „Das Momentum ist immer noch auf meiner Seite“

„Ich denke, wir haben Punkte verloren, aber das Momentum ist immer noch auf meiner Seite“, erklärt Antonelli. „Wir haben an diesem Wochenende unseren Speed gezeigt und gezeigt, was für ein Potenzial in uns steckt.“

Tatsächlich sah es lange nach einem perfekten Mercedes-Tag aus. Antonelli hatte nach seiner Pole-Position beste Chancen auf den Sieg. Nach seinem Boxenstopp flog der Italiener durchs Feld und machte zeitweise mehr als eine Sekunde pro Runde auf die Spitze gut.

Dann der Schock: In Runde 41 gab ein Teil der Bremsbelüftung am linken Vorderrad seines Mercedes W17 den Geist auf. Der sogenannte Wheel Shield sorgte für massive Probleme – und zerstörte Antonellis Siegtraum.

Wolff schwärmt trotz Nullnummer

Doch genau diese Leistung vor dem Defekt macht dem Italiener Mut: „Es lässt das Feuer nur stärker lodern, in Spa auf die Strecke zu gehen und es noch besser zu machen.“

Auch Mercedes-Teamchef Toto Wolff stellt sich hinter seinen Schützling. „Er ist im Moment sauschnell. Wenn er das weiter liefert, dann hat er gute Chancen, den Vorsprung weiter auszubauen“, so der Österreicher.

Formel 1 Andrea Kimi Antonelli Mercedes Silverstone 2026
Andrea Kimi Antonelli. Credit: Richard Pardon

Besonders beeindruckt zeigte sich Wolff davon, wie Antonelli nach dem Defekt weiterkämpfte. Zunächst vermutete Mercedes einen beschädigten Frontflügel und wechselte diesen. Erst ein zweiter Stopp brachte Klarheit, als das defekte Carbonteil entfernt wurde.

Antonelli fuhr trotzdem weiter – obwohl sich der Mercedes nach eigener Aussage kaum noch normal anfühlte. „Bei dem Verlust an Abtrieb fühlte es sich nach mehr an als nur nach einem Wheel Shield“, erklärt er.

Antonelli kämpft bis zum Schluss – und verliert alles

Wolff verrät: „Er hat Runde für Runde überlebt und gesagt, dass er das kann. Wenn nur ich die Entscheidung getroffen hätte, hätte ich ihn schon zehn Runden vor Ende aus Sicherheitsgründen reingeholt.“

Antonelli schleppte den Mercedes dennoch ins Ziel und kam zunächst als Neunter an. Doch weil er nach dem Defekt mehrfach von der Strecke abgekommen war, kassierte er eine Fünf-Sekunden-Strafe.

Besonders bitter: Durch ein spätes Safety-Car nach dem Unfall von Max Verstappen rückte das Feld wieder zusammen. Die Strafe warf Antonelli am Ende aus den Punkten.

Formel 1 Andrea Kimi Antonelli Mercedes Monaco 2026
Andrea Kimi Antonelli und Toto Wolff. Credit: Sebastian Kawka

Der Mercedes-Star nimmt trotzdem etwas Positives mit: „Ich wollte zeigen, dass ich dieses Mindset habe. Dass ich jedes Mal, wenn ich auf die Strecke gehe, mein Bestes gebe – auch wenn alles gegen uns läuft.“

Die Konkurrenz ist gewarnt: Trotz der jüngsten Rückschläge denkt Antonelli weiter nur an Angriff.

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Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


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