Formel 1

Red-Bull-Krise eskaliert: Verstappen-Vertrauter wird abgeschottet

Formel 1 Max Verstappen Red Bull Spielberg 2026
Max Verstappen und Gianpiero Lambiase. Credit: Getty Images / Red Bull Content Pool
Bianca Garloff
Bianca Garloff

Bei Red Bull läuft es längst nicht mehr nur auf der Strecke schlecht. Nach dem nächsten Rückschlag in Silverstone gibt es offenbar auch hinter den Kulissen neue Spannungen.

Die Krise beim einstigen Formel-1-Dominator spitzt sich zu. Nach dem enttäuschenden Wochenende in Silverstone und dem Ausfall von Max Verstappen herrscht neue Unruhe. Laut der niederländischen Zeitung „De Telegraaf“ wächst intern die Frustration – auch weil das Erfolgsduo Verstappen/Lambiase zunehmend ausgebremst wird.

Zur Erinnerung: Gianpiero Lambiase arbeitet seit Verstappens Wechsel zu Red Bull 2016 als Renningenieur an dessen Seite. Gemeinsam gewannen die beiden vier WM-Titel. Doch diese Erfolgsgeschichte hat ein Ablaufdatum: Lambiase wird spätestens 2028 zu McLaren wechseln. Das sorgt bei Red Bull offenbar schon jetzt für eine heikle Situation.

Red Bull soll Lambiase Informationen vorenthalten

Laut dem Bericht wird der Brite intern zunehmend abgeschottet. Der Grund: Technikchef Pierre Waché soll nicht mehr alle Informationen mit ihm teilen, weil Lambiase dieses Wissen später zu seinem neuen Arbeitgeber mitnehmen könnte.

„Lambiase ist nicht nur Verstappens rechte Hand, sondern auch Head of Racing“, heißt es in dem Bericht. „Pierre Waché (Technikdirektor; d. Red.) teilt nicht mehr alles mit dem Briten, weil er die Informationen später natürlich an seinen künftigen Arbeitgeber weitergeben könnte. Es ist keine wirklich gesunde Situation.“

Formel 1 Red Bull Lambiase Verstappen
Gianpiero Lambiase mit Max Verstappen. Credit: Red Bull Content Pool

Damit droht Verstappen ausgerechnet in der sportlich schwierigsten Phase auch intern Rückendeckung zu verlieren.

Verstappen-Frust nach Silverstone wächst

Denn auch auf der Strecke läuft bei Red Bull aktuell wenig zusammen. In Silverstone kämpfte Verstappen erneut mit Problemen am Auto und landete nach einem Defekt am Heckflügel im Kiesbett. Zuvor blieb sein Wunsch nach einem Motorwechsel ungehört. Auch weil Lambiases Einfluss fehlt?

„Ich wäre wirklich gerne aus der Boxengasse gestartet, weil es im Rennen immer wieder dasselbe Problem ist“, verriet der Niederländer später, dass er für einen neuen Antrieb sogar von hinten losgefahren wäre. „Ich habe gesagt: Dann werden wir es im Rennen einfach wieder sehen. Und genau das ist wieder passiert.“

Auch mit Blick auf den nächsten Grand Prix hatte der viermalige Weltmeister nach dem Silverstone-Frust zunächst genug von seinem Team: „Ich will im Moment nichts damit zu tun haben.“

Droht Red Bull der nächste Abgang?

Brisant: Verstappens sportliche Situation wird immer schwieriger. Der Niederländer liegt in der WM inzwischen deutlich hinter der Spitze zurück. Sollte Red Bull den Anschluss nicht finden, könnte auch die Zukunft des Superstars wieder zum Thema werden.

Nach dem Abgang zahlreicher wichtiger Mitarbeiter wäre ein möglicher Verlust von Verstappen der größte Schlag. Bei Red Bull wackelt die erfolgreichste Ära der Teamgeschichte mehr denn je.

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Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


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