DTM: GT3-Ära 2021

DTM wird schnellste GT3-Serie

Lucas Auer Mercedes GT3 Test Hockenheim 2021
Lucas Auer. Credit: Hoch Zwei

Die DTM startet 2021 in die GT3-Ära. Die Rundenzeiten sind viel schneller als im ADAC GT Masters. Das hat verschiedene Gründe.

Michael Zeitler
Michael Zeitler

Die DTM startet 2021 in die GT3-Ära. Die Rundenzeiten sind viel schneller als im ADAC GT Masters. Das hat verschiedene Gründe.

Drei ehemalige DTM-Meister, drei ehemalige Formel-1-Fahrer, ein Bruderpaar, eine Frau, viele erfahrene und junge Stars – und dazu fünf Marken. Die DTM startet 2021 mit einem bärenstarken Starterfeld in die neue GT3-Ära.

Mehr lesen: Schon jetzt droht der DTM BoP-Ärger

Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: Die DTM ist 2021 viel langsamer als mit den Class-One-Prototypen aus dem Vorjahr. Bei den Testfahrten in Hockenheim brannte Lucas Auer (Winward-Mercedes) mit einer Zeit von 1:36,153 Minuten die schnellste Runde in den Asphalt. Im Vorjahr sicherte sich René Rast (Rosberg-Audi) in Hockenheim die Pole-Position mit einer Rundenzeit von 1:28,337 Minuten. Das ist ein Unterschied von rund acht Sekunden. 

Langsamer als 2021, schneller als GT Masters

Doch damit ist die DTM trotzdem womöglich die schnellste GT3-Serie weltweit. Beim ADAC GT Masters war die schnellste Qualifying-Runde in Hockenheim die von Tim Zimmermann (GRT-Lamborghini) mit 1:38,193 Minuten. Das ist rund zwei Sekunden langsamer als die Zeiten bei den DTM-Testfahrten.

Die Gründe dafür sind vielfältig. Die Bedingungen bei den Hockenheim-Tests der DTM waren gut: Kalte Temperaturen mögen die Verbrenner in den GT3-Sportwagen. Dazu fährt die DTM auch mit eigenen Michelin-Reifen. 

Haupt Racing Team. Credit: Hoch Zwei
Die DTM ist 2021 die schnellste GT3-Serie. Credit: Hoch Zwei

Aber auch bei der Balance-of-Performance geht die DTM ganz eigene Wege. „Wir wollen die maximale Performance aus den Autos holen“, bestätigt Michael Resl, der Technikchef des DTM-Promoters ITR. „Wir streben an, die schnellste GT3-Serie zu werden.“

DTM mit mehr Leistung 

Für die Ausarbeitung der Leistungsangleichsformel hat sich die DTM mit der österreichischen Motorenfirma AVL zusammengetan. Eine BoP ist notwendig, weil die Konzepte der Fahrzeuge ganz verschieden sind. Der Mercedes AMG GT3 setzt zum Beispiel auf einen Verbrenner mit 6,2 Litern Hubraum, der Turbo von Ferrari ist mit 3,9 Litern deutlich kleiner. Audi setzt auf einen Zehnzylinder, die anderen auf einen Achtzylinder. Auch bei der Aerodynamik unterscheiden sich die Flitzer von Audi, BMW, Mercedes, Ferrari und McLaren deutlich. 

Ferrari 488 GT3 Evo für die DTM Saison 2021 Credit: Red Bull Content Pool
Auch Ferrari ist 2021 in der DTM dabei. Red Bull Content Pool

Doch die BoP ist in der DTM auf maximale Performance getrimmt. Die Motoren leisten etwa 50 PS mehr als in der SRO-Rennserie, die zum Beispiel die 24 Stunden von Spa umfassen. Damit werden über 550, aber knapp unter 600 PS erreicht. Das ist knapp weniger als mit den Class-One-Autos 2020, die außerdem 50 Prozent mehr Abtrieb generierten. 

DTM-Boss Gerhard Berger zeigt sich zufrieden: „Natürlich muss man hier und da noch nachschärfen. Aber der erste Aufschlag der BoP hat super funktioniert.“ Dass die Zeiten bei den Testfahrten so gut waren, läge laut Berger auch am Fahrerfeld: „Ich würde behaupten, wir haben das beste GT-Feld, mit den besten Fahrern und den besten Teams.“

Eigentlich wollte die DTM die GT3-Autos noch weiter aufmotzen. Aber da spielten die Hersteller nicht mit – aus Kostengründen. Doch auch so wird die DTM 2021 wohl die schnellste GT3-Serie.

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Autor

Michael Zeitler
Michael Zeitler

Nach dem Politikwissenschaftsstudium stellte er fest: Interessant, aber der Motorsport ist dann doch spannender. Als Kind der Schumi-Ära hat Michael Zeitler kaum ein Formel-1-Rennen verpasst und Gefallen auch an anderen Rennserien wie der IndyCar gefunden. Nach ersten journalistischen Erfahrungen, etwa im Regionalfernsehen, kam er im Oktober 2015 als Volontär und schließlich als Redakteur zu AUTO BILD MOTORSPORT. Seit 2020 gehört er zum Team F1-Insider.


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