Audi-Boss Mattia Binotto spricht Klartext: Wheatley-Abgang kam „völlig überraschend“. Wie geht es jetzt im Team weiter?
Der überraschende Abgang von Jonathan Wheatley hat das Audi-Projekt in der Formel 1 ordentlich durchgeschüttelt. Jetzt äußert sich erstmals Audis Formel-1-Projektleiter Mattia Binotto ausführlich und liefert Einblicke in die Hintergründe.
Und die zeigen: Selbst intern kam der Schritt völlig unerwartet. „Es war sehr schnell und überraschend“, erklärt Binotto bei Sky. „Letzten Freitag sagte Jonathan zu uns, dass er sich aus persönlichen Gründen nicht langfristig engagieren könnte. Das können wir weder diskutieren noch beurteilen und müssen wir respektieren.“

Mit direkter Folge: „Als Konsequenz haben wir beschlossen, ihn von seinen Aufgaben zu entbinden.“ Besonders brisant: das Team hatte diesen Schritt offenbar überhaupt nicht erwartet. „Nein, ganz ehrlich, nein, Er war voll engagiert und fokussiert auf das Team und seine Aufgaben, dass wir das nicht haben kommen sehen.“
Audi-Boss: „Wir schauen nicht nach einem neuen Teamchef“
Ein klarer Rückschlag für das Projekt, schließlich galt Wheatley mit seiner jahrzehntelangen Formel-1-Erfahrung als zentrale Figur im Aufbau der Mannschaft. „Er war sehr gut eingebunden ins Team, hatte einen wichtigen und großen Einfluss“ betont Binotto.
Trotzdem will Audi jetzt nicht in Aktionismus verfallen. Einen direkten Nachfolger soll es vorerst nicht geben. „Wir schauen nicht nach einem neuen Teamchef“, stellt Binotto klar. Stattdessen steht eine interne Neuordnung im Fokus. „Ich muss mich neu organisieren und das Team reorganisieren. Jemand muss mich unterstützen, denn es gibt so viel zu tun in der Fabrik, das Team zu entwickeln, das Auto voranzubringen und ich muss mich auf meine Aufgaben fokussieren können.“
Dabei spielt auch der Kalender eine Rolle. „Wir haben jetzt einen Monat im April, das ist eine gute Gelegenheit, uns zu reorganisieren.“ Aufgrund der Ausfälle der Absagen in Bahrain und Saudi-Arabien findet im kommenden Monat kein einziger Grand Prix statt.
Wie genau diese neue Struktur aussehen wird, lässt Binotto noch offen. „Wir haben viele Ideen und wir kommen zurück, wenn es etwas zu verkünden gibt.“
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