Mercedes setzt im ersten Qualifying der neuen Formel-1-Ära ein Ausrufezeichen. George Russell holt in Australien die Pole vor Teamkollege Kimi Antonelli.
Das Imperium ist zurück! Mercedes setzt im ersten Qualifying der neuen Formel-1-Hybridära gleich ein Ausrufezeichen. George Russell holt in Melbourne die Pole-Position für den Großen Preis von Australien, klar vor Teamkollege Kimi Antonelli. Die Dominanz erinnert an die erste Hybrid-Ära aus 2014. Der WM-Favorit aus England lobt nicht nur den Antrieb, sondern auch das Chassis seines Mercedes: „Wir wussten, dass das Auto viel Potenzial hat, aber bis zum ersten Samstag der Saison kann man nie wissen, wie es laufen wird.“
Mercedes zerlegt Konkurrenz
Der Brite war auf seiner schnellsten Runde 0,293 Sekunden schneller als der Italiener. Besonders bemerkenswert: Antonelli war erst kurz zuvor überhaupt startklar. Nach einem heftigen Crash im dritten Training hatten die Mechaniker den Silberpfeil erst während Q1 fertig repariert.

Mercedes-Teamchef Toto Wolff jubelt: „Ich weiß gar nicht, wen ich zuerst loben soll – wahrscheinlich die Mechaniker. Das war unglaublich. Und George hat diese Runde mit einer unglaublichen Leichtigkeit rausgehauen.“
Red Bull und Ferrari deutlich dahinter
Hinter dem Mercedes-Duo landet Isack Hadjar im Red Bull auf Rang drei – allerdings bereits 0,785 Sekunden zurück. Der Franzose ganz offen: „Wir haben nicht die Pace, um zu gewinnen.“
Dahinter folgen Charles Leclerc (Ferrari) sowie die beiden McLaren von Oscar Piastri und Lando Norris. Der Weltmeister musste dabei improvisieren: Norris fuhr seine Zeit mit beschädigtem Frontflügel. Zuvor hatte er einen Lüfter getroffen, den Antonelli auf der Strecke verloren hatte. Schlimmer noch: Der Abstand aller Topteams zur Spitze zeigt: Mercedes ist haushoch überlegen.
Verstappen crasht früh

Für einen Schockmoment sorgte derweil Max Verstappen bereits im ersten Qualifying-Segment. Der viermalige Weltmeister verlor am Ende der Start-Ziel-Geraden die Kontrolle über seinen Red Bull und schlug in die Bande ein. Ursache war offenbar eine blockierende Hinterachse. Verstappen meldete sich danach mit trockenem Humor am Funk: „Fantastisch!“ Beim Aussteigen hielt er sich das Handgelenk.
Später gab er Entwarnung: „Das Handgelenk ist okay. Ich habe einfach das Pedal getreten und die gesamte Hinterachse hat komplett blockiert, was insbesondere bei diesen Formel-1-Autos sehr seltsam ist. Das habe ich in meinem ganzen Leben noch nie erlebt.“ Parallel erneuert der Niederländer seine Kritik am neuen Reglement: „Die Formel ist nicht korrekt.“
Hamilton erneut hinter Leclerc
Auch Lewis Hamilton erlebt einen durchwachsenen Start ins neue Formel-1-Kapitel. Der Ferrari-Pilot startet nur von Rang sieben, knapp zwei Zehntel hinter Teamkollege Leclerc. Positive Überraschung: beide Racing Bulls schaffen es in die Top Ten.
Audi überzeugt beim Debüt

Einen starken Einstand liefert Audi. Gabriel Bortoleto schafft es direkt in die Top Ten, muss seinen Audi auf dem Weg zurück in die Box allerdings mit einem Technikproblem in der Boxengasse abstellen. Teamkollege Nico Hülkenberg verpasst die Top Ten knapp als Elfter. „Das war ziemlich hektisch heute, wir hatten einige Probleme“, sagt der Deutsche. „Aber die letzte Runde in Q2 hat gesessen. Wir haben noch Luft nach oben.“
Ganz bitter lief das Qualifying für Lance Stroll (Aston Martin) und Carlos Sainz (Williams). Beide konnten wegen Technikproblemen keine einzige gezeitete Runde fahren. Neueinsteiger Cadillac startet aus den Reihen 18 und 19, Fernando Alonso wird im zweiten Aston Martin nur 17.
Ein wenig ernüchternd für die Formel 1 wirkt indes die Ansage von Sky-Experte Timo Glock: „Grundlegend bin ich mir sicher, dass es eine Spazierfahrt wird für Mercedes.“
Formel 1: Australien Grand Prix 2026
Qualifying, Ergebnis
| Position | Fahrer | Team | Zeit |
|---|---|---|---|
| 1 | G. Russell | Mercedes | 01:18.518 Min. |
| 2 | A. Antonelli | Mercedes | 01:18.811 |
| 3 | I. Hadjar | Red Bull | 01:19.303 |
| 4 | C. Leclerc | Ferrari | 01:19.327 |
| 5 | O. Piastri | McLaren | 01:19.380 |
| 6 | L. Norris | McLaren | 01:19.475 |
| 7 | L. Hamilton | Ferrari | 01:19.478 |
| 8 | L. Lawson | Racing Bulls | 01:19.994 |
| 9 | A. Lindblad | Racing Bulls | 01:21.247 |
| 10 | G. Bortoleto | Audi | 00:00.000 |
| 11 | N. Hülkenberg | Audi | 01:20.303 |
| 12 | O. Bearman | Haas | 01:20.311 |
| 13 | E. Ocon | Haas | 01:20.491 |
| 14 | P. Gasly | Alpine | 01:20.501 |
| 15 | A. Albon | Williams | 01:20.941 |
| 16 | F. Colapinto | Alpine | 01:21.270 |
| 17 | F. Alonso | Aston Martin | 01:21.969 |
| 18 | S. Perez | Cadillac | 01:22.605 |
| 19 | V. Bottas | Cadillac | 01:23.244 |
| 20 | M. Verstappen | Red Bull | 00:00.000 |
| 21 | C. Sainz | Williams | 00:00.000 |
| 22 | L. Stroll | Aston Martin | 00:00.000 |
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