Bernie Ecclestone warnt vor Identitätsverlust durch das neue Reglement. Zu viel Batterie-Management, zu wenig Racing?
Die neuen Formel-1-Regeln 2026 sorgen weiter für Diskussionen und nun meldet sich auch ein ganz Großer der Königsklasse zu Wort: Bernie Ecclestone. Der langjährige Formel-1-Boss sieht die Entwicklung mit gemischten Gefühlen und warnt vor einem Identitätsverlust der Serie.
„Es wird zu Saisonbeginn Verwirrung geben, weil jeder die Formel 1 neu lernen muss“, prophezeit der 95-Jährige. Vor allem der gestiegene Fokus auf Batterie-Management und Energieeinsatz stößt ihm auf. „Es geht weniger um Racing“, sagt Ecclestone gegenüber RTL und spielt damit auf die Kritik von Fahrern wie Max Verstappen an, der die neuen Autos als „Formel E auf Steroiden“ bezeichnet hatte.

Ecclestone erkennt an, dass sich der Sport technisch weiterentwickeln müsse, warnt aber: „Die DNA der Formel 1 ist, dass sie eine Fahrer-Weltmeisterschaft ist, nicht eine der Ingenieure.“ Die Gefahr bestehe, dass man sich zu stark in Regularien verliere: „Noch mehr Regeln, noch mehr Vorschriften. Tu dies nicht, tu das nicht.“ Er fürchtet sogar: „Vielleicht mögen das die Fans ja, aber ich glaube das nicht. Die Gefahr ist, dass wir sie verlieren.“
Formel 1: Russell Titelfavorit für Ecclestone
Gleichzeitig sieht Ecclestone im durch die neuen Regeln enger zusammengerückten Feld eine Chance für Außenseiter, etwa für Neueinsteiger Audi. „Alle Teams liegen nahe beieinander. Da kann Audi konkurrenzfähig sein“, glaubt er. Die Ingolstädter hätten „alle Zutaten für ein gutes erstes Formel-1-Jahr“.

Auch bei den Favoriten legt sich Ecclestone fest: Für ihn hat Mercedes die besten Karten, insbesondere wegen des Motors. „Ein Team mit Mercedes-Motoren hat gute Chancen, die WM zu gewinnen.“ Als Titelkandidat nennt er vor allem George Russell.
Doch auch Ferrari hat er auf dem Zettel. „Der Formel 1 täte es gut, wenn Ferrari Weltmeister wird.“ Klar ist: Das neue Reglement polarisiert. Für Ecclestone steht fest, dass 2026 nicht nur eine neue technische Ära beginnt, sondern auch eine Bewährungsprobe für die Identität der Formel 1.
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