Ferraris größtes Problem steckt offenbar nicht im Motor, nicht in der Aerodynamik – sondern in den Bremsen. Während Lewis Hamilton seit Wochen immer besser zurechtkommt, kämpft Charles Leclerc zunehmend mit seinem Ferrari.
Wer bremst, verliert? Nicht bei Ferrari! Dort scheint aktuell das Gegenteil zu gelten: Wer die richtigen Bremsen hat, fährt vorne mit.
Hintergrund: Seit einigen Rennen hat sich das Kräfteverhältnis bei der Scuderia spürbar verschoben. Während Charles Leclerc immer verzweifelter nach dem perfekten Bremsgefühl sucht, blüht Lewis Hamilton auf. Der siebenmalige Weltmeister wirkt seit Suzuka deutlich sicherer im Ferrari – und könnte seinen Teamkollegen mit einer technischen Änderung sogar überholt haben.
Der Ferrari-Zoff eskalierte nun ausgerechnet beim Heimrennen von Leclerc in Monaco.
Nach einem frustrierenden Wochenende krachte der Monegasse in der Schlussphase des Rennens in der Antony-Noghes-Kurve in die Leitplanken. Direkt danach platzte ihm am Funk der Kragen.
„Ich übernehme dafür nicht die Schuld. Das liegt an diesen verdammten Bremsen!“, schimpfte Leclerc.
Schon zuvor hatte der Ferrari-Star immer wieder über mangelndes Vertrauen beim Anbremsen geklagt. Bereits in Kanada beschwerte er sich über ein schlechtes Bremsgefühl. In Monaco, wo jede Tausendstelsekunde beim Anbremsen zählt, wurde das Problem offenbar noch gravierender.
Hamilton fährt andere Lösung
Besonders brisant: Während Leclerc verzweifelt, scheint Hamilton die Lösung bereits gefunden zu haben.

Nach F1-Insider-Informationen fährt der Brite seit dem Japan-GP in Suzuka mit einer anderen Bremsscheiben-Konfiguration. Die Bremssättel stammen weiterhin vom langjährigen Ferrari-Partner Brembo. Bei den Bremsscheiben soll Hamilton jedoch auf Komponenten von Carbon Industries zurückgewechselt sein – jenem Hersteller, mit dem er bereits während seiner erfolgreichen Mercedes-Jahre unterwegs war.
Für Hamilton offenbar ein entscheidender Wohlfühlfaktor.
Schon vor seinem Ferrari-Wechsel soll der Rekordweltmeister auf die vertraute Lösung gedrängt haben. Nach den Wintertests in Bahrain gab Ferrari schließlich grünes Licht für die Änderung an seinem Auto.
Die Zahlen sprechen für Hamilton
Die Folgen sind sichtbar: Hamilton wirkt seit einigen Rennen deutlich konstanter, sicherer und schneller. Genau in dem Zeitraum, in dem Leclerc immer größere Probleme meldet.

Nach dem Monaco-Wochenende deutete Leclerc selbst an, dass er künftig den Weg seines Teamkollegen einschlagen könnte. „Lewis hat in den letzten drei Rennen unterschiedliche Bremsen verwendet. Ich denke, ich werde sie ab dem nächsten Rennen auch verwenden.“
Eine bemerkenswerte Aussage. Denn damit gibt Leclerc indirekt zu, dass die Lösung möglicherweise längst in der anderen Garage steht.
Ferrari steckt im Dilemma
Für Ferrari entsteht nun ein heikles Spannungsfeld. Auf der einen Seite steht Brembo, seit mehr als 50 Jahren Technikpartner der Scuderia. Auf der anderen Seite ein frustrierter Leclerc, der dringend mehr Vertrauen beim Anbremsen braucht – und Hamilton, dessen Formkurve nach der Umstellung deutlich nach oben zeigt.
Das nächste Rennen in Barcelona könnte deshalb richtungsweisend werden. Wechselt Leclerc tatsächlich auf Hamiltons Bremsscheiben-Lösung, könnte sich zeigen, ob die Bremsen tatsächlich der Schlüssel zum Ferrari-Rätsel sind.
Fest steht: Die Diskussion entwickelt sich zum brisantesten Technik-Thema bei Ferrari und könnte den teaminternen Machtkampf zwischen Hamilton und Leclerc stark beeinflussen.
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