Formel 1

Ferrari-Star rechnet nach Kanada-Debakel gnadenlos mit sich ab

Formel 1 Charles Leclerc Ferrari Kanada 2026
Charles Leclerc. Credit: Ferrari
Bianca Garloff
Bianca Garloff

Nach dem Kanada-GP spricht Charles Leclerc offen von einem „Albtraum-Wochenende“ und wird von Teamkollege Lewis Hamilton intern regelrecht deklassiert.

Charles Leclerc erlebt beim Kanada-GP ein Wochenende zum Vergessen. Obwohl der Ferrari-Star am Ende Vierter wird, rechnet er danach gnadenlos mit sich selbst ab.

Auf dem Papier wirkt Platz vier zunächst ordentlich. Doch der Blick auf den Rückstand zeigt das wahre Ausmaß des Ferrari-Debakels in Montreal. Mehr als 44 Sekunden fehlen Leclerc am Ende auf Sieger Kimi Antonelli. Noch bitterer: Über 33 Sekunden verliert der Monegasse allein auf seinen Teamkollegen Hamilton.

Entsprechend vernichtend fällt das Urteil des Ferrari-Stars aus.

„Das war ein Albtraum von einem Wochenende“, sagt Leclerc nach dem Rennen. Von einer Belohnung für Rang vier will er nichts wissen. „Das war mehr Glück als eine Belohnung für harte Arbeit.“

Hamilton zerstört Leclerc Ferrari-intern

Besonders weh tut Leclerc offenbar der direkte Vergleich mit Hamilton. Der siebenmalige Weltmeister fühlt sich im Ferrari in Montreal offensichtlich deutlich wohler und liefert eines seiner stärksten Wochenenden seit dem Wechsel nach Maranello ab.

Formel 1 Lewis Hamilton Ferrari Kanada 2026
Lewis Hamilton. Credit: Xavier Bonilla / DPPI

Leclerc gibt offen zu: „Gut, dass ich mit Lewis eine tolle Messlatte habe. Er hatte ein unglaubliches Wochenende und ein Wahnsinns-Gefühl im Auto.“

Dann folgt ein bemerkenswert ehrliches Urteil über sich selbst: „Das war wahrscheinlich das schwierigste Wochenende meiner Formel-1-Karriere.“

Leclerc hadert mit Montreal

Vor allem mit der Strecke kommt der Ferrari-Pilot überhaupt nicht zurecht. „Montreal war historisch gesehen nie eine starke Strecke für mich“, sagt der Ferrari-Star. Vor allem die kalten Bedingungen verschlimmern die Situation zusätzlich. Laut Leclerc bekommt er die Reifen zu keinem Zeitpunkt richtig ins Arbeitsfenster.

Ein Bremsproblem am Freitag wirft ihn zusätzlich zurück. Trotzdem sucht der Ferrari-Pilot die Schuld am Ende nicht beim Team. Große Unterschiede beim Setup zwischen ihm und Hamilton habe es nicht gegeben.

Funk-Frust mitten im Rennen

Im Rennen verliert Leclerc irgendwann endgültig die Geduld. Weil ihm das Vertrauen ins Auto komplett fehlt, fährt er laut eigener Aussage deutlich unter seinem eigentlichen Limit.

Formel 1 Charles Leclerc Ferrari Kanada 2026
Charles Leclerc. Credit: Alastair Staley/LAT Images

„Selbst in den letzten 15 Runden war ich eine bis eineinhalb Sekunden langsamer, einfach um kein Risiko zu gehen“, erklärt er später.

Mitten im Rennen verpasst er seinem Renningenieur Bryan Bozzi deshalb sogar einen Funk-Maulkorb. Hörbar genervt fordert Leclerc: „Jetzt sind wir bis zur letzten Runde still.“

Ferrari muss Antworten finden

Am Ende bleibt bei Ferrari vor allem Ratlosigkeit zurück. Während Hamilton zumindest ordentlich Schadensbegrenzung betreibt, wirkt Leclerc über das gesamte Wochenende hinweg völlig neben der Spur.

„Ich hatte null Feeling. Von Beginn an, und es wurde nicht besser“, lautet sein ernüchterndes Fazit.

Ferrari dürfte die Analyse nach Montreal deshalb besonders genau ausfallen. Denn ein derart großer interner Abstand zwischen Hamilton und Leclerc dürfte in Maranello niemand gefallen.

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Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


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