Der Automobilweltverband FIA reagiert auf den heftigen Unfall von Oliver Bearman beim GP Japan in Suzuka. Sainz, Alonso und Co. kritisieren die aktuellen Formel-1-Regeln.
Der heftige Unfall von Oliver Bearman in Suzuka sorgt weiter für Diskussionen in der Formel 1 – und bringt die Fahrer auf die Barrikaden. Besonders deutlich wird Carlos Sainz: Für den Williams-Piloten kam der Crash nicht überraschend. „Wir haben FIA und FOM gewarnt – es war nur eine Frage der Zeit, bis so etwas passiert“, sagt Sainz.
Der Hintergrund ist bekannt: extreme Geschwindigkeitsunterschiede durch das neue Energiemanagement. Während ein Auto mit vollem Boost unterwegs ist, fährt ein anderes im „Lademodus“ – mit bis zu 100 km/h weniger.
Genau das wird Bearman zum Verhängnis. Der Haas-Pilot trifft mit deutlich höherem Tempo auf Franco Colapinto, der sich gleichzeitig verteidigt. Bearman muss ausweichen, kommt aufs Gras und schlägt heftig ein.
Sainz und Alonso kritisieren Formel-1-Regeln
Für Sainz ist klar: „So große Unterschiede gibt es in keiner anderen Rennserie. Das ist eigentlich kein Racing.“
Besonders kritisch sieht Sainz, dass die Formel 1 zwar Anpassungen fürs Qualifying vorgenommen hat, das Problem im Rennen aber bestehen bleibt. „Wir haben immer gesagt, dass es nicht nur ums Qualifying geht. Auch im Rennen ist das ein Problem.“

Mit Blick auf kommende Strecken wie Baku oder Las Vegas warnt der Spanier sogar vor noch größeren Risiken: hohe Geschwindigkeiten, wenig Auslaufzonen – eine gefährliche Kombination. „Stellt euch vor, das passiert dort – dann wird es richtig ernst.“
Alonso spricht von Ausweich- statt Überholmanövern
Sainz ist mit seiner Kritik nicht allein. Auch Max Verstappen spricht von einer „gefährlichen Situation“, während mehrere Fahrer berichten, wie schwer die Unterschiede einzuschätzen sind.
Fernando Alonso bringt es auf den Punkt: „Diese Geschwindigkeitsunterschiede sind verrückt. Plötzlich findest du dich mit einer höheren Batterieladung hinter einem Auto mit weniger Power wieder und entweder crashst du oder überholst. Das war dann aber ein Ausweichmanöver, kein Überholmanöver.“

Für Sainz steht fest: Die Formel 1 muss reagieren – und zwar schnell. „Ich hoffe, dass sie uns Fahrern zuhören und nicht nur den Teams.“
Das tut sie. Denn auch der Weltverband reagiert inzwischen auf den Vorfall – bleibt aber zunächst vorsichtig. Die FIA kündigt nach dem Bearman-Crash eine umfassende Analyse an, konkrete Änderungen stehen aber noch nicht fest.
FIA reagiert mit Statement
In einem offiziellen Statement heißt es: „Nach dem Unfall von Oliver Bearman beim Großen Preis von Japan und dem Beitrag hoher Annäherungsgeschwindigkeiten zu diesem Unfall möchte die FIA folgende Klarstellungen geben.
Seit ihrer Einführung sind die Regularien für 2026 Gegenstand laufender Diskussionen zwischen der FIA, den Teams, den Power-Unit-Herstellern, den Fahrern und der Formel-1-Organisation (FOM).
Diese Regularien beinhalten bewusst eine Reihe von anpassbaren Parametern, insbesondere im Bereich des Energiemanagements, die eine Optimierung auf Basis realer Daten ermöglichen.
Es war die durchgängige Position aller Beteiligten, dass nach der Anfangsphase der Saison eine strukturierte Überprüfung stattfinden soll, um ausreichend Daten sammeln und analysieren zu können. Entsprechend sind im April mehrere Meetings angesetzt, um die Funktionsweise der neuen Regularien zu bewerten und zu entscheiden, ob Anpassungen erforderlich sind.
Mögliche Änderungen, insbesondere im Bereich des Energiemanagements, erfordern sorgfältige Simulationen und detaillierte Analysen. Die FIA wird weiterhin eng und konstruktiv mit allen Beteiligten zusammenarbeiten, um das bestmögliche Ergebnis für den Sport zu erzielen, wobei die Sicherheit stets ein zentraler Bestandteil der Mission der FIA bleiben wird.
Zum jetzigen Zeitpunkt wäre jede Spekulation über die Art möglicher Änderungen verfrüht. Weitere Informationen werden zu gegebener Zeit bekannt gegeben.“
Heißt unterm Strich: Das Problem ist erkannt und wird fürs nächste Rennen in Miami nun hoffentlich auch gebannt.
Kommentar
Gut, dass der Automobilweltverband FIA endlich auf die Fahrer reagiert. Bleibt die Frage, warum das so lange gedauert hat und warum erst ein schwerer Unfall passieren musste. Die Diskussionen zu höheren Geschwindigkeitsdifferenzen reichen bis ins Vorjahr zurück.
Auch während der Wintertests wurde das Problem längst thematisiert. Die Formel 1 hätte einfach nur früher auf Fahrer, Teams, Fans und Experten hören müssen. Schade, dass immer erst die Sicherheitskarte gezogen werden muss, bevor alle Beteiligten sich dem Wohle der Sportler und des Sports widmen.
Formel 1 Japan Grand Prix 2026
Rennen, Ergebnis
| Position | Fahrer | Team | Zeit | Abstand |
|---|---|---|---|---|
| 1 | A. Antonelli | Mercedes | 01:32.432 | |
| 2 | O. Piastri | McLaren | 01:32.996 | 00:13.722 |
| 3 | C. Leclerc | Ferrari | 01:32.634 | 00:15.270 |
| 4 | G. Russell | Mercedes | 01:32.549 | 00:15.754 |
| 5 | L. Norris | McLaren | 01:33.208 | 00:23.479 |
| 6 | L. Hamilton | Ferrari | 01:32.777 | 00:25.037 |
| 7 | P. Gasly | Alpine | 01:33.691 | 00:32.340 |
| 8 | M. Verstappen | Red Bull | 01:33.552 | 00:32.677 |
| 9 | L. Lawson | Racing Bulls | 01:34.230 | 00:50.180 |
| 10 | E. Ocon | Haas | 01:34.256 | 00:51.216 |
| 11 | N. Hülkenberg | Audi | 01:33.732 | 00:52.280 |
| 12 | I. Hadjar | Red Bull | 01:33.837 | 00:56.154 |
| 13 | G. Bortoleto | Audi | 01:34.164 | 00:59.078 |
| 14 | A. Lindblad | Racing Bulls | 01:34.314 | 00:59.848 |
| 15 | C. Sainz | Williams | 01:34.514 | 01:05.008 |
| 16 | F. Colapinto | Alpine | 01:34.512 | 01:05.773 |
| 17 | S. Perez | Cadillac | 01:35.637 | 01:32.453 |
| 18 | F. Alonso | Aston Martin | 01:36.221 | +1 Runde |
| 19 | V. Bottas | Cadillac | 01:36.269 | +1 Runde |
| 20 | A. Albon | Williams | 01:33.427 | +2 Runden |
| 21 | L. Stroll | Aston Martin | 01:37.217 | Ausgeschieden |
| 22 | O. Bearman | Haas | 01:35.604 | Ausgeschieden |
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