Die FIA greift ein: Weniger Energierückgewinnung im Suzuka-Qualifying soll unnatürliches Fahren reduzieren und den Fahrer wieder stärker in den Fokus rücken.
Die Formel 1 reagiert auf die anhaltende Kritik am neuen Reglement und nimmt erstmals konkrete Anpassungen vor. Für das Qualifying beim Japan-GP in Suzuka greift die FIA jetzt gezielt ein.
Im Fokus steht das Energiemanagement, das in den ersten Rennen der Saison für viel Diskussion gesorgt hat. Im Qualifying von Suzuka dürfen die Fahrer nun weniger Energie pro Runde zurückgewinnen: Statt bisher 9,0 Megajoule liegt das Limit am Wochenende in Suzuka nur noch bei 8,0 MJ.
Bringt die Änderung aber wirklich den gewünschten Effekt, oder ist sie nur ein Tropfen auf dem heißen Stein? Denn Suzuka gilt, ähnlich wie Melbourne, als sogenannte „energiehungrige“ Strecke, die gleichzeitig nicht viele natürliche Rekuperationsabschnitte, also Bremszonen, zu bieten hat. Und in Melbourne wurde das Rekuperationslimit sogar auf 7,0 MJ im Qualifying herabgesetzt. Dennoch sah Russells Polerunde noch wie eine bessere Outlap aus.

Heißt: Die Fahrer müssen auf solchen Kursen mehr Energiemanagement betreiben. Genau das führte zuletzt zu unnatürlichen Fahrweisen mit Lift-and-Coast und Super-Clipping, also Tempoverlust trotz Vollgas auf den Geraden und Leistungseinschränkung in schnellen Kurven.
FIA will den Fahrer wieder mehr in den Mittelpunkt rücken
Mit der Anpassung will die FIA genau hier ansetzen. In einem offiziellen Statement heißt es: „Um sicherzustellen, dass die gewünschte Balance zwischen Energieeinsatz und Fahrerleistung erhalten bleibt, wurde die maximal erlaubte Energierückgewinnung im Qualifying von 9,0 MJ auf 8,0 MJ reduziert.“
Die Maßnahme wurde in Abstimmung mit den Teams und Motorenherstellern beschlossen und soll vor allem eines erreichen: den Fahrer wieder stärker in den Mittelpunkt rücken. „Diese Anpassung spiegelt das Feedback von Fahrern und Teams wider, die betont haben, wie wichtig es ist, das Qualifying als echte Performance-Herausforderung zu erhalten“, so die FIA weiter.
Ein Hinweis darauf, dass die Kritik aus dem Fahrerlager angekommen ist. Trotzdem bleibt die Änderung zunächst punktuell. An den grundsätzlichen Regeln der Saison 2026 wird vorerst nichts verändert. Aus dem Fahrerlager ist zu hören, dass FIA und Formel 1 bis nach Miami die Situation auf der Strecke evaluieren wollen.
Sky-Experte Ralf Schumacher bei F1-Insider.com: „Ich habe gehört, dass da Pläne laufen, dass sich für nächstes Jahr etwas Gravierendes ändert. Im Optimalfall vielleicht Richtung 70-30.“ Demnach würde die Formel 1 dem Verbrenner wieder mehr Gewicht im Antriebsverhältnis geben, um das Fahren wieder in eine natürlichere Richtung zu lenken.
Keine Heldenrunden in Suzuka zu erwarten
Die Anpassung für Suzuka ist immerhin als erster Schritt in die richtige Richtung zu werten. Dennoch dürften auch in diesem Qualifying auf der Fahrerstrecke schlechthin die Runden kein Ritt auf der Rasierklinge werden.
Nur vor der Haarnadel im zweiten Sektor und der Schikane im dritten Sektor wird hart von hoher auf niedrige Geschwindigkeit verzögert, wo etwa ein Drittel bis die Hälfte der benötigen Energie auf der Runde zurückgewonnen werden könnte.
Doch die Schikane liegt am Ende der Quali-Runde, die Rausbeschleunigunsgphase bis zum Zielstrich ist kurz. Heißt, von der hier rekuperierten Energie fällt der Rundenzeitgewinn wohl gering aus, daher ist wieder mit viel Super-Clipping zu rechnen, um beispielsweise viel Schwung auf die lange Gerade um die 130R mitzunehmen.
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