Selten sorgt ein Tempolimit in der Formel 1 für so viel Wirbel. Gleich sechs Verstöße gegen die Geschwindigkeitsbegrenzung in der Boxengasse bringen das Ergebnis des Monaco-GP durcheinander.
Nach dem turbulenten Monaco-GP droht das nächste Kapitel. Gleich sechs Tempoverstöße in der Boxengasse sorgen für Diskussionen, Frust und möglicherweise sogar eine nachträgliche Änderung des Ergebnisses.
Besonders Pierre Gasly fühlt sich um ein Top-Ergebnis gebracht. Alpine hat deshalb offiziell eine Überprüfung der Strafen beantragt.
Sechs Tempoverstöße sorgen für Ärger
Überschreitungen des Tempolimits in der Boxengasse gehören in der Formel 1 mittlerweile eigentlich zu den selteneren Strafen. In Monaco häufen sich die Vorfälle jedoch plötzlich.
Lewis Hamilton, George Russell, Oscar Piastri, Franco Colapinto und gleich zweimal Pierre Gasly kassieren Fünf-Sekunden-Strafen. Auffällig: In fünf der sechs Fälle liegt die Überschreitung lediglich bei 0,1 km/h. Nur Gaslys zweiter Verstoß wird mit 0,4 km/h gemessen.
Genau deshalb zweifeln mehrere Teams die Entscheidungen an.
Gasly fühlt sich „beraubt“
Besonders hart trifft es Pierre Gasly. Der Alpine-Pilot fährt ein starkes Rennen und liegt nach dem Restart auf Podiumskurs. Durch die beiden Zeitstrafen fällt er am Ende jedoch bis auf Rang sieben zurück.
Entsprechend emotional reagiert der Franzose. „Ich denke nicht, dass es etwas gibt, das mir gerade mehr wehtun könnte“, schimpft Gasly. „Zehn Jahre lang reiße ich mir den verdammten Arsch auf für diese Momente. Ich sollte auf diesem Podium stehen. Das wurde mir aus unfairen Gründen genommen.“

Gasly ist überzeugt, die Geschwindigkeitsbegrenzung eingehalten zu haben. „Ich bin mir absolut sicher, dass das Auto unter 60 km/h war. Beide Male habe ich den Knopf deutlich vor der Linie gedrückt.“
Alpine legt Einspruch ein
Im Fahrerlager kursiert inzwischen eine Theorie zur Ursache der vielen Strafen. Die Boxeneinfahrt in Monaco verläuft in einer Kurve. Fahrer schneiden dort häufig die Ideallinie an und legen dadurch einen kürzeren Weg zurück.
Gemessen wird allerdings nicht per Radar, sondern über Zeitmess-Schleifen. Dadurch könnte das System einen Fahrer als zu schnell einstufen, obwohl er tatsächlich unter dem Tempolimit bleibt.
Alpine reagiert inzwischen offiziell und beantragt ein sogenanntes „Right of Review“. Damit soll die Entscheidung der Rennkommissare anhand neuer Daten noch einmal überprüft werden.

Im Mittelpunkt stehen die Telemetriedaten der Fahrzeuge. Sie könnten belegen, dass Gasly tatsächlich nie schneller als die erlaubten 60 km/h unterwegs war.
Noch gibt es keinen Termin für eine Anhörung. Sollte Alpine Erfolg haben, könnte sich das Ergebnis des Monaco-GP nachträglich noch einmal verändern.
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