Die Sky-Experten Ralf Schumacher und Timo Glock sehen Hamiltons Problem im Fahrstil: Spätes Bremsen und alte Gewohnheiten passen nicht mehr zum 2026er-Ferrari.
Lewis Hamilton kämpft bei den Tests mit dem neuen Ferrari, während Teamkollege Charles Leclerc mit dem SF-26 eine Bestzeit nach der anderen setzt. Schon 2025 hatte Hamilton im teaminternen Duell klar das Nachsehen, 2026 zeigt sich ein ähnliches Bild: mehr Ausritte, mehrere Dreher, weniger Konstanz.
Dabei hatte Hamilton selbst betont, dass das neue Auto seine „DNA“ trage. Doch bei Sky analysieren die Ex-Formel-1-Piloten Ralf Schumacher und Timo Glock nun mögliche Ursachen und sehen vor allem ein Fahrstil-Thema.
Schumacher erklärt die „Suche nach dem perfekten Gefühl“ im Auto
Schumacher erklärt, das Grundproblem liege in der Entwicklung eines Fahrers über die Jahre. „Am Anfang erklärt dir der Ingenieur ganz genau, wie du das zu machen hast und wo das Limit vom Auto liegt. In der Formel 2 und Formel 3 sehen wir das auch: Die Fahrer lernen, mit den Limits des Einheitsautos klarzukommen. Irgendwann hast du dieses perfekte Gefühl im Auto. Und dieses perfekte Gefühl suchst du als Fahrer immer. In der Formel 1 versuchst du dann, mit nahezu unbegrenzten Möglichkeiten das Auto darauf abzustimmen.“
Doch 2026 seien die physikalischen Grenzen enger. „Die Reifen sind schmaler, die Aerodynamik ist weniger. Wenn du die Gewohnheit hast, spät zu bremsen, wirst du mit diesem Fahrstil eher Schwierigkeiten bekommen und öfter Fehler machen.“ Genau das sei bei Hamilton zu beobachten.
Eine Frage der Offenheit bei Hamilton?
Schumacher bringt es auf den Punkt: „Während Lewis Hamilton seinem Auto von 2014 oder einem anderen Top-Wagen hinterherläuft, in dem er sich richtig wohlgefühlt hat, bekommt der junge Fahrer vom Ingenieur gesagt: Brems zehn oder zwanzig Meter früher und passt sich an.“ Diese Offenheit mache es einfacher, sich an neue Konzepte zu gewöhnen.
Auch Glock sieht Parallelen. „Wir haben Hamilton zuletzt öfter gesehen, dass er sich am Kurveneingang vertut und dort das Auto verliert. Er ist sehr festgelegt auf das, was er braucht und möchte und das steht ihm ein Stück weit im Weg.“

Hamilton versuche weiterhin, Zeit über extrem spätes Bremsen zu gewinnen. „Du fällst immer wieder zurück in dieses Muster: Ich bremse noch zwei Meter später. Wenn dein Gefühl dir sagt, dass du die Zeit auf der Bremse holen musst, dann läuft das nicht automatisch anders ab, wie vielleicht bei den Jungfahrern.“
Die spannende Frage bleibt: Kann sich Hamilton an das neue Konzept anpassen, oder bleibt sein gewachsener Fahrstil der entscheidende Bremsklotz im Ferrari-Comeback?
Ergebnis Tag 3 Formel-1-Test in Bahrain Teil 2
| P. | Fahrer | Team | Rückstand | Reifen | Runden |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Leclerc | Ferrari | 1:31,992 | C4 | 132 |
| 2 | Norris | McLaren | + 0,879 | C3 | 47 |
| 3 | Verstappen | Red Bull | + 1,117 | Prototyp (C3) | 65 |
| 4 | Russell | Mercedes | + 1,205 | Prototyp (C3) | 82 |
| 5 | Gasly | Alpine | + 1,429 | C5 | 118 |
| 6 | Bearman | Haas | + 1,495 | C4 | 88 |
| 7 | Bortoleto | Audi | + 1,763 | C4 | 71 |
| 8 | Antonelli | Mercedes | + 1,924 | C3 | 49 |
| 9 | Lindblad | Racing Bulls | + 2,157 | C4 | 165 |
| 10 | Sainz | Williams | + 2,350 | C5 | 141 |
| 11 | Piastri | McLaren | + 2,360 | C4 | 66 |
| 12 | Ocon | Haas | + 2,502 | Prototyp (C3) | 82 |
| 13 | Hadjar | Red Bull | + 2,519 | C3 | 59 |
| 14 | Bottas | Cadillac | + 3,298 | C3 | 38 |
| 15 | Hülkenberg | Audi | + 4,027 | C3 | 64 |
| 16 | Perez | Cadillac | + 8,850 | C1 | 61 |
| 17 | Stroll | Aston Martin | – | C3 | 6 |
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