Formel 1

Hamilton teilt gegen Ex-Formel-1-Weltmeister aus

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Lewis Hamilton. Credit: Florent Gooden / DPPI
Ralf Bach
Ralf Bach

Ausgerechnet beim Kanada-GP schießt Lewis Hamilton gegen Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve – und zwar mit einer ziemlich fiesen Spitze.

Diese Spitze hat gesessen! Lewis Hamilton hat beim Kanada-GP überraschend scharf gegen Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve ausgeteilt. Hintergrund ist offenbar Kritik des Kanadiers an Hamiltons schwieriger Ferrari-Saison.

Dass Hamilton nachtragend sein kann, ist bekannt. Doch beim Grand Prix von Kanada wurde der Ferrari-Star plötzlich ungewöhnlich persönlich.

Ausgerechnet in Montreal, dem Heimrennen von Jacques Villeneuve und auf der nach dessen Vater benannten Strecke, hat Hamilton dem Weltmeister von 1997 einen ziemlich heftigen Seitenhieb verpasst. Dabei begann alles noch harmlos…

Hamilton schwärmt von Gilles Villeneuve

Hamilton wurde gefragt, ob er sich mal intensiver mit Gilles Villeneuve beschäftigt habe – der Ferrari-Legende, die bis heute als einer der spektakulärsten Fahrer der Formel-1-Geschichte gilt.

Formel 1 Jacques Villeneuve. Credit: Red Bull Content Pool
Formel 1 Jacques Villeneuve. Credit: Red Bull Content Pool

Hamilton geriet regelrecht ins Schwärmen. Gilles sei ein absoluter Held gewesen. Einer der größten Könner seiner Zeit. „Niki Lauda hat mir viel von den Fahrern seiner Ära erzählt“, betonte Hamilton. „Und ein Name fiel dabei immer wieder: Gilles Villeneuve.“

Laut Lauda sei der Kanadier selbst ohne WM-Titel einer der Besten überhaupt gewesen – vielleicht sogar der Schnellste seiner Generation.

Dann legte Hamilton plötzlich nach. Und zwar gegen Jacques Villeneuve. „Gilles war offensichtlich viel besser als sein Sohn!“, ätzte der Rekordweltmeister mit einem schelmischen Grinsen.

Hintergrund ist die Ferrari-Kritik

Die Spitze kam wohl nicht zufällig. Denn Villeneuve hatte Hamilton zuletzt mehrfach kritisch bewertet – besonders dessen bislang schwierige erste Saison bei Ferrari. Als Sky-Experte sagte der Kanadier: „Ferrari bekommt von Hamilton nicht das, was sie erwartet haben.“

Villeneuve sieht aktuell Frust auf beiden Seiten. „Es wird im Team Frustration geben, und auch bei Lewis. Er bekommt nicht das Auto, das er sich gewünscht hat.“

Besonders deutlich wurde Villeneuve bei der Stimmung innerhalb des Teams. „Hamilton hat nicht das Gefühl, dass Ferrari hinter ihm steht. Und Ferrari hat nicht das Gefühl, dass Lewis auf ihrer Seite steht.“

Allerdings dürfte Villeneuve die Spitze ziemlich gelassen nehmen. Der Kanadier gilt seit Jahren als einer der unbequemsten und direktesten TV-Experten der Formel 1.

Genau dafür lieben ihn viele Fans. Fahrer und Teamchefs dagegen deutlich weniger. Kaum ein Ex-Weltmeister formuliert seine Meinungen so unverblümt wie Villeneuve.

Auch Antonelli warnte Villeneuve schon

Sogar Mercedes-Wunderkind Andrea Kimi Antonelli bekam bereits eine Warnung des Kanadiers mit auf den Weg. „Er darf nicht an seinen eigenen Hype glauben“, sagte Villeneuve über den 19-Jährigen, der zuletzt vier Rennen in Folge gewann und die WM mit 43 Punkten Vorsprung auf Teamkollege George Russell anführt.

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Andrea Kimi Antonelli. Credit: Mercedes

„Kimi muss einen kühlen Kopf bewahren. Wenn man denkt, man sei unangreifbar, dann passieren Fehler“, warnt Villeneuve. „Dann scheidet man aus, hat einen Unfall, verliert plötzlich 25 Punkte – und beginnt an sich selbst zu zweifeln.“

Deshalb glaubt Villeneuve auch weiterhin an Russell. „Die WM ist noch längst nicht entschieden“, sagt der Ex-Weltmeister. „Eine Saison ist immer wie eine Achterbahnfahrt – mal bist du oben, mal unten.“

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Autor

Ralf Bach
Ralf Bach

Ralf Bachs Zuhause ist der Formel-1-Zirkus. Seit rund 30 Jahren berichtet er für SPORT BILD, AUTO BILD MOTORSPORT, SPORT1 und das Ippen-Netzwerk (TZ München, Frankfurter Rundschau) von der Königsklasse. Für seine exklusiven Stories wurde er in die „Paddock Hall of Fame“ der Formel 1 aufgenommen. Auf F1-Insider.com schildert er, wie die Protagonisten ticken. Twitter: @ralfbond


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