Mercedes wollte sich beim Alpine-Team einkaufen. Doch daraus wird nichts. Das steckt hinter der Absage.
Mercedes und Alpine arbeiten ab dieser Saison enger zusammen als je zuvor. Die Franzosen fahren mit Mercedes-Motoren und -Getrieben. Sogar ein Einstieg der Silberpfeile beim Traditionsrennstall schien zuletzt möglich. Doch daraus wird nichts.
Wie jetzt bekannt wurde, hat Mercedes die Gespräche über einen Kauf von Anteilen am Alpine-Team beendet.
Mercedes und Alpine: Preis-Schock stoppt den Deal
Konkret ging es um die 24 Prozent Anteile des Investors Otro Capital. Mercedes soll grundsätzlich Interesse gehabt haben, das Paket zu übernehmen. Sogar mit Alpine-Eigner Renault sollen die Stuttgarter bereits weitgehend einig gewesen sein.
Am Ende scheiterte der Deal jedoch am Geld. Nach Informationen der BBC verlangte Otro Capital rund 720 Millionen Dollar für seinen Anteil. Das würde Alpine insgesamt mit rund drei Milliarden Dollar bewerten. Für Mercedes deutlich zu viel.

Die Stuttgarter sollen das Team intern deutlich niedriger bewertet haben und sahen deshalb keinen wirtschaftlich sinnvollen Einstieg mehr.
Alpine wird plötzlich zum begehrten Objekt
Bemerkenswert: Noch vor wenigen Jahren galt Alpine als Sorgenkind der Formel 1. Die Franzosen schlossen die Saison 2025 sogar auf dem letzten Platz der Konstrukteurs-WM ab.
Doch inzwischen hat sich das Bild deutlich verändert. Nach den ersten Rennen der Saison 2026 liegt Alpine auf Rang fünf der Konstrukteurswertung und führt das Verfolgerfeld hinter den vier Topteams an. Dazu kommt die neue Partnerschaft mit Luxusgigant Gucci.

Ab 2027 wird das Team unter dem Namen „Gucci Racing Alpine“ antreten. Der italienische Modekonzern ersetzt Hauptsponsor BWT und soll das Projekt langfristig aufwerten.
Horner-Konsortium weiter im Rennen
Ganz vom Tisch ist ein Verkauf der Otro-Anteile allerdings nicht. Neben Mercedes sollen weitere Interessenten ihre Fühler ausgestreckt haben. Zu ihnen gehört laut Bericht auch ein Investorenkonsortium rund um Ex-Red-Bull-Teamchef Christian Horner.
Für Mercedes ist das Kapitel dagegen offenbar beendet. Die Silberpfeile konzentrieren sich lieber auf das eigene Werksteam, das nach dem starken Kanada-Wochenende wieder zu den heißesten Titelkandidaten zählt. Statt bei Alpine einzusteigen, wollen die Stuttgarter ihre Ressourcen offenbar vollständig auf den Kampf um die Formel-1-WM konzentrieren.
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