Mehr Energie, mehr Risiko: 2026 wird das Qualifying zur Rechen- und Abwägungsaufgabe. Wer Akku oder Reifen falsch managt, verliert entscheidende Zehntel.
Die Regelrevolution macht nicht nur die Autos kleiner und effizienter, sie verändert auch das Qualifying. 2026 prallen zwei Faktoren frontal aufeinander: Reifenaufwärmen und Energiemanagement.
Mit den neuen Hybridregeln stehen den Fahrern pro Quali-Runde 12,5 Megajoule elektrische Energie zur Verfügung, genug für rund 36 Sekunden volle Elektro-Power. Wer jedoch auf der Outlap zu viel Energie verbraucht, startet mit leererem Akku in die entscheidende Pushlap und verschenkt wertvolle Zehntel.

Gleichzeitig müssen die Reifen exakt ins optimale Arbeitsfenster gebracht werden. Gerade bei kühlen Bedingungen oder wenig Grip reicht eine normale Aufwärmrunde oft nicht mehr. Einige Teams testeten bereits zwei Outlaps oder eine zusätzliche Vorbereitungsrunde, um genug Temperatur in die Vorderreifen zu bekommen. Das Problem: Je aggressiver die Outlap, desto größer der Energieverbrauch.
Qualifying: Zwiespalt zwischen Reifenaufwärmen und Energiesparen
Besonders kompliziert wird es auf Strecken mit langen Geraden und kühlen Temperaturen wie Las Vegas. Wer in den Kurven zu stark pusht, verbraucht mehr Energie und kann auf der Geraden weniger elektrische Leistung abrufen. Fahrer stehen damit vor einem taktischen Dilemma: Zeit in den Kurven gewinnen, oder Energie für Top-Speed sparen?
Neues Qualifying-Format
Zusätzlich wurde das Qualifying-Format angepasst. Mit elf Teams scheiden in Q1 und Q2 nun jeweils sechs statt fünf Fahrer aus, zehn erreichen weiterhin Q3. Neu ist zudem, dass angefangene Runden bei einer roten Flagge gestrichen werden.
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