Formel 1

Red-Bull-Zukunft? Verstappen lässt sich nicht kaufen

Formel 1 Max Verstappen Red Bull Spielberg 2026
Max Verstappen. Credit: Getty Images / Red Bull Content Pool
Bianca Garloff
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Bleibt Max Verstappen langfristig bei Red Bull? Teamchef Laurent Mekies hat vor dem Österreich-GP Klartext gesprochen. F1-Insider.com kennt die Hintergründe.

Mercedes-Pilot Kimi Antonelli ist der neue Shooting-Star, Lewis Hamilton gewinnt wieder mit Ferrari: Aber die Zukunft von Max Verstappen steht immer noch im Mittelpunkt der Spekulationen in der Königsklasse des Automobils.

Bleibt er bei Red Bull? Wechselt er das Team? Hört er womöglich auf? Das sind die Fragen, die im Fahrerlager der Mittelpunkt aller Diskussionen sind. Klar, dass da auch Red-Bull-Teamchef Laurent Mekies vor dem Österreich-GP seine Sichtweise über seinen Starpiloten erklärt. Das Problem: Er gibt zu, dass der viermalige Weltmeister einen Verbleib mit großen Erwartungen verknüpft.

„Max hat uns klargemacht, dass er mit dem Team weitermachen möchte“, erklärt Mekies in Spielberg. Gleichzeitig räumt er ein: „Es ist ganz einfach, und es hat sich auch nicht geändert: Max will ein schnelles Auto, und wir arbeiten Tag und Nacht, um ihm einen besseren Rennwagen zu geben. Nicht was im Fahrerlager getratscht wird, spielt eine Rolle, sondern das, was auf der Strecke passiert.“

Verstappen verliert Vertrauen in Red Bull

Allein: Genau genau das ist das Problem. Nach vier WM-Titeln in Folge von 2021 bis 2024 und dem knapp verpassten fünften Titel 2025 steckt Red Bull mitten in einer sportlichen Krise. Nach sieben Saisonrennen liegt das Team in der Konstrukteurs-WM nur auf Rang vier, Verstappens Rückstand in der Fahrer-Tabelle beträgt bereits 101 Punkte.

Formel 1 Max Verstappen Red Bull Spielberg 2026
Max Verstappen. Credit: Getty Images / Red Bull Content Pool

Schlimmer noch: Seit nunmehr drei Jahren kämpft Red Bull mit Balanceproblemen. Eine Lösung dafür scheint nicht in Sicht – im Gegenteil. Und ganz schlimm: F1-Insider.com gewinnt immer mehr den Eindruck, dass der Niederländer nicht mehr glaubt, dass das aktuelle aber auch zukünftige Autos mit den momentanen Entscheidungsträgern konkurrenzfähig werden können.

Verstappen hat Leistungsklauseln im Vertrag

Das wiederum hat direkten Einfluss auf Verstappens Verbleib im Team. Offiziell besitzt der viermalige Champion noch einen langfristigen Vertrag bis Ende 2028. Im Fahrerlager wird allerdings seit Monaten über leistungsabhängige Ausstiegsklauseln spekuliert.

Zuletzt hieß es, Red Bull wolle ihm diese für kolportierte acht Millionen Euro abkaufen. Dafür wurde extra ein Meeting mit den Red Bull-Granden Oliver Mintzlaff, Mark Mateschitz und Chalerm Yoovidhya in Österreich einberufen. Wie F1-Insider.com erfuhr, hatte Verstappen bis zum Freitag in Spielberg Zeit, den Deal anzunehmen.

Gerüchte um McLaren-Wechsel nehmen Fahrt auf

Heißt auch: Formell bekennt er sich nicht zu Red Bull, kann sich weiter auf dem freien Fahrermarkt bewegen. Erst in Spielberg wurden Spekulationen um einen Wechsel zu McLaren und Cockpit-Tausch mit Oscar Piastri laut.

Formel 1 Max Verstappen Red Bull Spielberg 2026
Max Verstappen und Gianpiero Lambiase. Credit: Getty Images / Red Bull Content Pool

F1-Insider.com erfuhr zudem: Bis Ende September könnte Verstappen seine Ausstiegsklausel ziehen – zumindest solange er nicht mindestens Zweiter in der WM ist.

Für Red Bull erhöht das den Druck zusätzlich. Das Team muss möglichst schnell wieder konkurrenzfähig werden, um seinen Superstar dauerhaft halten zu können.

Großes Red Bull-Update soll Wende bringen

Die Hoffnungen ruhen deshalb auf einem umfangreichen Update-Paket, das in Spielberg erstmals zum Einsatz kommt. „Dieses Wochenende ist ein wichtiger Schritt, um wieder näher an die Spitze zu kommen“, sagt Mekies.

Wunder erwartet der Franzose allerdings nicht sofort: „Das Paket ist sehr umfangreich. Es wird Zeit brauchen, bis alles optimal funktioniert.“

Verstappen arbeitet intensiv mit

Verstappen selbst soll laut Mekies tief in die Entwicklungsarbeit eingebunden sein. Der Niederländer analysiere das Verhalten des RB22 intensiv und liefere wertvolle Rückmeldungen für die Ingenieure.

Von regelmäßigen Gesprächen über einen möglichen Abschied will Mekies dennoch nichts wissen. „Wir fragen Max nicht jede Woche, ob er bleibt“, sagte er mit einem Schmunzeln.

Formel 1 Jos und Max Verstappen
Jos und Max Verstappen. Credit: Getty Images / Red Bull Content Pool

Fest steht also: Verstappen steht nur dann zu Red Bull, solange das Team ihm ein Auto liefert, mit dem er an der Spitze kämpfen kann. Die kommenden Wochen könnten deshalb richtungsweisend für die gemeinsame Zukunft werden.

Und es gibt einen großen Unterschied in der Betrachtungsweise der Protagonisten: Schauen die Red-Bull-Entscheidungsträger durch eine rosarote Brille in die Zukunft, tragen Verstappen und sein Umfeld eher dunkle Sonnenbrillen bei ihrem Blick in die Glaskugel.

Autoren: Bianca Garloff und Ralf Bach

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Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


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