Die Formel-1-Fahrer fürchten in Silverstone ein kurioses Problem: Die neuen Hybrid-Regeln könnten eine der legendärsten Strecken der Welt ausbremsen.
Von wegen Vollgas-Festival! Ausgerechnet beim Formel-1-Klassiker in Silverstone (Sonntag, 16 Uhr/Sky) droht den Fahrern ein ungewohntes Problem: Die modernen Hybrid-Renner könnten eine der schnellsten und beliebtesten Strecken des Kalenders ihrer Magie berauben.
Das befürchten zumindest die Stars selbst. Und diskutieren darüber sogar intern. Ferrari-Star Lewis Hamilton (41) verriet vor seinem Heimrennen: „Wir Fahrer haben in unserem Chat alle darüber gesprochen, wie schlecht die Leistungsentfaltung auf dieser Strecke sein wird.“
Gemeint ist die gemeinsame WhatsApp-Gruppe der Formel-1-Piloten. Dort sorgt aktuell vor allem ein Thema für Diskussionen: das Energiemanagement.
Hamilton: „Der Elektromotor wird nicht arbeiten“
Der Hintergrund: Silverstone besteht aus vielen schnellen Kurven und langen Vollgaspassagen. Genau das war bisher der Reiz des Traditionskurses. Doch für die aktuellen Hybridantriebe ist das ein Problem.
Der Grund: Es gibt vergleichsweise wenige harte Bremszonen, in denen die Autos elektrische Energie zurückgewinnen können.

Hamilton erklärt: „Uns geht die Batterieleistung aus. Es gibt nur wenige Kurven, in denen wir Energie zurückladen können. Deshalb wird der Elektromotor über einen großen Teil der Runde gar nicht arbeiten.“
Die Folge: Statt maximaler Attacke müssen die Fahrer Energie sparen.
Der siebenmalige Weltmeister weiter: „Normalerweise kommst du vor Copse mit kreischendem Motor an, absolut am Limit. Dieses Jahr wirst du rollen und wahrscheinlich sogar bei Vollgas herunterschalten, um die Drehzahl höher zu halten.“
Alonso warnt: „Das wird keinen Spaß machen“
Auch Fernando Alonso (44) schlägt Alarm. Der Aston-Martin-Star fürchtet, dass die neuen Anforderungen ausgerechnet legendäre Passagen wie Maggots und Becketts verändern.
Der Spanier: „Silverstone war eine Traumstrecke. Besonders mit den Ground-Effect-Autos war sie vielleicht die beste Strecke überhaupt.“

Doch jetzt sieht Alonso schwarz: „Dieses Jahr wird es sehr anders. Das Fahren wird keinen Spaß machen. Für uns Fahrer und auch für die Zuschauer wird es ziemlich traurig.“
Der Grund: Die Piloten müssen teilweise bewusst langsamer fahren, um später auf den Geraden wieder genügend elektrische Leistung zur Verfügung zu haben.
Verstappen: „Das tut richtig weh“
Auch Max Verstappen (28) reiht sich ein in den Reigen der Kritiker. Der Red-Bull-Star erklärt: „Mit der Art und Weise, wie wir heute unsere Leistung erzeugen, passt diese Strecke einfach nicht besonders gut zum aktuellen Motorenkonzept.“
Für den viermaligen Weltmeister ist besonders bitter, dass fahrerischer Mut weniger belohnt wird: „Früher hast du in den schnellen Kurven den Unterschied gemacht. Jetzt werden daraus wegen des Energiemanagements mittelschnelle Passagen.“
Verstappen weiter: „Es ist einfacher zu fahren, aber gleichzeitig tut es richtig weh.“
Kommt noch eine Last-Minute-Änderung?
Hinter den Kulissen laufen offenbar bereits Gespräche. Verstappen bestätigt: „Natürlich bin ich in Kontakt mit der Formel 1 und der FIA.“
Diskutiert wird, ob Anpassungen beim Energieeinsatz helfen könnten. Denn Silverstone könnte erst der Anfang sein: Auch Spa-Francorchamps gilt als Strecke, auf der ähnliche Probleme drohen.
Klar ist: Die Formel 1 wollte mit moderner Hybridtechnik effizienter werden. Jetzt fürchten die Fahrer, dass ausgerechnet einige der spektakulärsten Strecken darunter leiden.
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