Schnellster Mann der Saison, aber schwächster Starter: Kimi Antonelli hat ein Problem, das Mercedes Sorgen macht.
Der Saisonstart von Mercedes wirkt auf den ersten Blick dominant. Doch ein Detail bereitet intern zunehmend Kopfzerbrechen: die Starts. Besonders WM-Leader Kimi Antonelli (zwei Siege bisher) verliert regelmäßig entscheidende Meter beim Losfahren und gerät damit unnötig unter Druck.
Während Mercedes auf der Strecke meist das Tempo vorgibt, patzt das Team ausgerechnet in einer der wichtigsten Phasen: beim Start. Gerade Antonelli kommt mit dem Zusammenspiel aus neuem Motor, Kupplung und Lenkrad bislang nicht optimal zurecht. Deshalb empfahl im Teamchef Toto Wolff bereits das Nachsitzen in der Fahrschule.
Antonelli übt Starts
Dabei zeigt die Konkurrenz, dass es auch anders geht. Mercedes‘ Motorkunde McLaren etwa hatte in Japan keine Probleme, direkt Positionen gutzumachen.
Die rennfreie Zeit im April nutzte Antonelli deshalb gezielt, um an seinem größten Problem zu arbeiten.
„Wir haben in der Pause natürlich Starts geübt“, erklärt der Italiener vor dem Miami-Wochenende. „Wir haben mit dem Team daran gearbeitet, das Problem zu finden, und das scheinen wir geschafft zu haben. Jetzt geht es darum, so bald wie möglich eine erste Lösung zu finden.“

Die Ursache liegt offenbar tiefer als gedacht. Hintergrund: In der Formel 1 gibt es kein klassisches Kupplungspedal. Stattdessen wird über einen Hebel am Lenkrad gestartet. Genau hier scheint bei Antonelli noch nicht alles zu passen.
„Es wird nicht einfach sein, weil sich der Kupplungshebel ändern kann, ein bisschen auch die Handposition“, räumt er ein. Jede kleinste Abweichung kann darüber entscheiden, ob ein Start gelingt oder misslingt. Besonders die neuen Motoren reagieren empfindlich auf Fehler.
Mercedes räumt „fundamentales Problem“ ein
Der junge Mercedes-Pilot weiß, dass das Problem nicht nur technischer Natur ist. „Wir geben unser Bestes, um möglichst bald eine Lösung für solide Starts zu finden, aber wir wissen definitiv, dass mein Problem deutlich fundamentaler war.“
Ob die Maßnahmen greifen, wird sich erstmals an diesem Wochenende zeigen. „In Miami werden wir jetzt sehen, ob wir einen Schritt vorwärts machen können“, sagt Antonelli.
Denn klar ist auch: Sollte die Konkurrenz näherkommen, könnten schlechte Starts schnell zum echten Nachteil im Titelkampf werden.
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