Zum Testfinale in Bahrain lassen die Topteams erstmals Tempo aufblitzen. Ferrari setzt mit Charles Leclerc die Bestzeit, doch viele Fragezeichen bleiben vor dem Formel-1-Saisonstart.
Zum Abschluss der Wintertests in Bahrain zeigt Ferrari erstmals offen Tempo. Charles Leclerc sicherte sich am letzten Testtag in der Wüste die schnellste Runde und setzte sich in der späten Zeitenjagd gegen McLaren, Red Bull und Mercedes durch. Ein klares Signal vor dem Saisonstart, auch wenn die Karten noch längst nicht auf dem Tisch liegen.
Lange hatten sich die Topteams zurückgehalten. Schnelle Runden auf weichen Reifen wurden vermieden, Favoritenrollen gegenseitig zugeschoben. Erst in den letzten Stunden unter Flutlicht begann die Qualifying-Simulation – bei kühleren Temperaturen und deutlich mehr Grip.
Leclerc vorne – Norris am nächsten dran
Leclerc legte rund eine halbe Stunde vor Schluss nach und fuhr auf dem C4-Reifen eine 1:31,992 Minuten. Selbst seine schnellste Runde auf dem härteren C3 hätte noch zur Bestzeit gereicht.
Am nächsten kam Lando Norris im McLaren, dem je nach Reifen-Vergleich rund drei bis knapp neun Zehntel fehlten. Max Verstappen mischte ebenfalls vorne mit, verlor aber vor allem im Mittelsektor Zeit auf Ferrari. Der Weltmeister lag am Ende gut eine Sekunde zurück, wobei auch hier unterschiedliche Reifenmischungen eine Rolle spielten.

George Russell belegte im Mercedes Rang vier. Auch die Silberpfeile hielten sich mit maximaler Performance zurück, weshalb die Abstände nur bedingt aussagekräftig sind.
Ferrari zeigt Tempo – Konkurrenz bleibt vorsichtig
Die Zeitenjagd liefert erste Hinweise, aber keine endgültige Hackordnung. Kein Team fuhr komplett leer oder mit voll aufgedrehten Motoren. Dennoch deutet vieles darauf hin, dass Ferrari mit einem konkurrenzfähigen Paket nach Melbourne reist.
Im Fahrerlager wurde spekuliert, dass Ferrari die starke Runde bewusst setzte – auch weil Teile der Konzernführung vor Ort waren. Sicher ist: Die Konkurrenz erwartet deutlich mehr Gegenwehr beim Saisonauftakt.
Mercedes kämpft weiter mit Zuverlässigkeit
Während Ferrari Tempo zeigte, hatte Mercedes erneut technische Probleme. Rookie Kimi Antonelli musste seine Session nach nur 49 Runden abbrechen. Nach Reparaturen lief das Auto am Nachmittag mit Russell stabil, der 82 Umläufe sammelte.
Im Mittelfeld lieferten sich Alpine und Haas einen engen Schlagabtausch. Pierre Gasly und Ollie Bearman lagen dicht beieinander, wobei weichere Reifen den Ausschlag gaben. Audi sammelte mit Gabriel Bortoleto und Nico Hülkenberg solide Kilometer; ein wichtiges Signal für das neue Projekt.
Sorgen bei Aston Martin
Die größten Probleme hatte Aston Martin. Ersatzteilmangel und Batterie-Probleme rund um das Honda-Aggregat führten dazu, dass Lance Stroll nur sechs Runden absolvierte. Das Team beendete den Test vorzeitig – kein gutes Zeichen vor Melbourne.

Fazit
Ferrari beendet die Testwoche mit einem kleinen psychologischen Vorteil. Leclercs Bestzeit ist kein endgültiger Maßstab, aber ein Fingerzeig. Dahinter bleiben viele Fragezeichen – besonders bei Mercedes und Aston Martin. Klar ist: Die Kräfteverhältnisse sind enger denn je, und Bahrain hat nur einen Vorgeschmack geliefert.
Ergebnis Tag 3 Formel-1-Test in Bahrain Teil 2
| P. | Fahrer | Team | Rückstand | Reifen | Runden |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Leclerc | Ferrari | 1:31,992 | C4 | 132 |
| 2 | Norris | McLaren | + 0,879 | C3 | 47 |
| 3 | Verstappen | Red Bull | + 1,117 | Prototyp (C3) | 65 |
| 4 | Russell | Mercedes | + 1,205 | Prototyp (C3) | 82 |
| 5 | Gasly | Alpine | + 1,429 | C5 | 118 |
| 6 | Bearman | Haas | + 1,495 | C4 | 88 |
| 7 | Bortoleto | Audi | + 1,763 | C4 | 71 |
| 8 | Antonelli | Mercedes | + 1,924 | C3 | 49 |
| 9 | Lindblad | Racing Bulls | + 2,157 | C4 | 165 |
| 10 | Sainz | Williams | + 2,350 | C5 | 141 |
| 11 | Piastri | McLaren | + 2,360 | C4 | 66 |
| 12 | Ocon | Haas | + 2,502 | Prototyp (C3) | 82 |
| 13 | Hadjar | Red Bull | + 2,519 | C3 | 59 |
| 14 | Bottas | Cadillac | + 3,298 | C3 | 38 |
| 15 | Hülkenberg | Audi | + 4,027 | C3 | 64 |
| 16 | Perez | Cadillac | + 8,850 | C1 | 61 |
| 17 | Stroll | Aston Martin | – | C3 | 6 |
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