Bestätigt: Audi verliert seinen Teamchef und Aston Martin reagiert überraschend zurückhaltend auf die Spekulationen um einen Wechsel.
Das Teamchef-Beben in der Formel 1 ist offiziell: Audi hat den Abgang von Jonathan Wheatley bestätigt. Der Brite verlässt das Formel-1-Projekt „aus persönlichen Gründen“ – und das mit sofortiger Wirkung.
Damit steht das Projekt schon wieder ohne eine seiner zentralen Führungsfiguren da. Erst 2024 mussten Andreas Seidl und Oliver Hoffmann gehen, jetzt folgt der nächste Abgang auf Top-Niveau.
Binotto jetzt alleiniger Audi-F1-Boss
Die Verantwortung übernimmt nun Mattia Binotto. Der Italiener, bisher Leiter des Audi-F1-Projekts, führt das Team künftig allein und berichtet direkt an Audi-Vorstand Gernot Döllner. Die Botschaft ist klar: Audi setzt voll auf Binotto.

Der Zeitpunkt ist heikel. Gerade erst sind die Ingolstädter mit einer stabilen Leistung in die Königsklasse gestartet. Zwei technischen Defekten schon vor dem Start steht ein neunter Platz von Gabriel Bortoleto in Australien gegenüber.
Doch statt aufzustocken, bröckelt die Personal-Struktur. Vom ursprünglichen Führungsteam sind nur noch Motorenchef Stefan Dreyer und Nachwuchs-Scout Allan McNish übrig.
Offiziell bedankt sich Audi bei Wheatley für seine Arbeit. Hinter den Kulissen dürfte der Abgang jedoch ein schwerer Rückschlag sein. Binotto muss die entscheidende Aufbauphase jetzt alleine stemmen – ohne die Expertise, die Wheatley von Red Bull mitgebracht hat.
Immerhin: Ein direkter Wechsel des Engländers zur Konkurrenz dürfte nicht sofort möglich sein. In der Formel 1 sind sogenannte „Gardening Leaves“ üblich, bei denen Top-Leute monatelang pausieren müssen. Dennoch sickerte das nächste Ziel Wheatley bereits durch: Aston Martin.
Aston Martin reagiert
Entsprechend hat sich auch Teambesitzer Lawrence Stroll bereits persönlich zu Wort gemeldet. Doch statt einer Bestätigung folgte ein bemerkenswert unterkühltes Statement.

„Wir werden regelmäßig von hochrangigen Führungskräften anderer Teams angesprochen, die sich Aston Martin Aramco anschließen möchten“, heißt es da, „aber entsprechend unserer Unternehmenspolitik kommentieren wir keine Gerüchte und Spekulationen.“
Im Zentrum der Spekulationen steht Adrian Newey. Der Technik-Guru ist bei Aston Martin seit Anfang des Jahres als Teamchef im Amt, will sich aber wieder stärker auf seine eigentliche technische Rolle konzentrieren. Genau da kommt Wheatley ins Spiel. Beide kennen sich noch von Red Bull und würden eine perfekt abgestimmte Doppelspitze abgeben.
Noch ist nichts bestätigt. Aber klar ist: Die Personal-Rochade rund um Audi ist noch lange nicht zu Ende.
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