Formel 1

Verstappen muss nächsten schmerzhaften Red-Bull-Abgang verkraften

Formel 1 Max Verstappen Red Bull Japan 2026
Max Verstappen. Credit: Getty Images / Red Bull Content Pool
Bianca Garloff
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Nach dem Qualifying zum GP Japan in Suzuka wird deutlich: Bei Red Bull läuft es aktuell nicht rund.

Adrian Newey weg. Jonathan Wheatley weg. Helmut Marko weg. Und Max Verstappen wirkt plötzlich ungewöhnlich gleichgültig. Red Bull Racing muss sich gerade neu erfinden. Doch die Häutung des einstigen Weltmeister-Teams gelingt aktuell noch nicht wie gewünscht. 

Den Neustart in die zweite Hybrid-Ära der Formel 1 hat die Mannschaft des österreichischen Brauseherstellers gründlich verpatzt. Mehr als 20 Kilo Übergewicht; der RB22 wird im Fahrerlager längst als „Fat Bull“ verspottet.

Verstappen ungewöhnlich emotionslos

Mehr noch: Auch die Verbesserungsversuche aus der Fabrik in Milton Keynes schlagen fehl. Im Qualifying von Suzuka war Max Verstappen mit dem neuen Aerodynamikpaket langsamer als Isack Hadjar mit dem alten. Das Problem: Der Niederländer stellt langsam die Sinnfrage. „Ich bin nicht mal mehr frustriert“, gibt er zu. Ein Zeichen dafür, dass ihn die aktuelle Situation kalt lässt.

Und nicht nur ihn. Auch bei Red Bull droht die Stimmung zu kippen. Wie F1-Insider.com erfuhr, will nun auch noch ein wichtiger Mechaniker das Team verlassen. Ole Schack, der schon seit den Tagen von Sebastian Vettel zur Kerntruppe gehört, hat offenbar gekündigt. Der Däne begründet den Schritt intern angeblich damit, dass sich die Arbeitsatmosphäre im Team verändert habe.

Formel 1 Max Verstappen Red Bull Japan 2026
Max Verstappen. Credit: Getty Images / Red Bull Content Pool

Fest steht: Mit Helmut Marko hat Ende 2025 der letzte Führungsspieler aus der Mateschitz-Ära Red Bull Racing verlassen. Der neue, für Sport zuständige Red-Bull-CEO Oliver Mintzlaff verkörpert eine andere Manager-Generation und Unternehmensführung.

Das passt ins Bild: Das Fußballmagazin „11 Freunde“ hat Red Bull in seiner aktuellen Ausgabe die Titelstory gewidmet. Natürlich geht es um Fußball, doch eine Aussage lässt sich auf das gesamte Sport-Universum des Getränkekonzerns übertragen.

So gelte Mintzlaffs Ungeduld bei ausbleibendem Erfolg im Unternehmen als legendär, heißt es dort. „Er kennt genau ein Management-Tool: Druck“, wird ein ehemaliger Mitarbeiter zitiert. Den bekomme inzwischen sogar Übertrainer Jürgen Klopp zu spüren, für den man bereits nach einem eleganten Abgang suche.

Stutzt Red Bull Verstappens Flügel?

Die Parallele zur Formel 1 drängt sich vor allem an diesem Wochenende auf. Da verwies Verstappen einen Journalisten aus der Hospitality, von dem sich der Ex-Champion vorgeführt fühlte. Einen Tag später erschienen in Deutschlands größter Boulevardzeitung „Bild“ gleich zwei Berichte, wonach der viermalige Weltmeister zum Rapport bei der Teamführung antreten musste.

Der Tenor: Red Bull dulde ein solches Verhalten nicht, denn Verstappen habe klar gegen die Werte des Unternehmens verstoßen.

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Oliver Mintzlaff, Max Verstappen und Dr. Helmut Marko. Credit: Red Bull Content Pool

Die 180-Grad-Kehrtwende dabei: Haben die Österreicher ihren Athleten unter der Führung des legendären Firmengründers Dietrich Mateschitz stets Flügel verliehen, werden sie nun offenbar gestutzt. Und das, weil ein Sportler zu seiner Meinung steht. Früher zählte genau das zu den Werten des Unternehmens.

Allein: Im Verstappen-Lager vor Ort am Suzuka International Racing Course weiß man von einer entsprechenden Aussprache nichts. Gut möglich, dass beide Parteien den Begriff „Rapport“ unterschiedlich interpretieren. Ungewöhnlich bleibt aber zumindest, dass Red Bulls Unmut über Verstappens Verhalten an die Öffentlichkeit gelangte.

Das Problem: Verstappen hat ein Elefantengedächtnis. Und im Moment ohnehin keinen Spaß an der Formel 1. Entsprechend gab er nach Platz elf im Qualifying bereits zu bedenken, er habe „eine Menge Dinge, die er für sich persönlich klären muss“. Vielleicht auch die Frage, ob Red Bull noch das richtige Team für ihn ist. 

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Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


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