Juan Pablo Montoya vermutet, dass Mercedes beim Test noch längst nicht alles gezeigt hat. Der Ex-Pilot gibt eine spannende Einschätzung ab.
Die Formel 1 steht kurz vor den nächsten Wintertests in Bahrain und Ex-Formel-1-Pilot Juan Pablo Montoya sorgt für eine steile These: ein Team habe beim Barcelona-Shakedown sein wahres Potenzial bei weitem nicht gezeigt. Die Rede ist von Mercedes und von bis zu drei bis vier Sekunden, die noch in der Hinterhand stecken sollen.
Dabei war der erste Eindruck bereits stark. Zwar fuhr Lewis Hamilton im Ferrari die Bestzeit, doch Mercedes galt für viele Beobachter als eigentlicher Gewinner des Tests. Die Silberpfeile waren das einzige Team mit mehr als 500 Runden, das Auto wirkte stabil, zuverlässig, fast schon serienreif.

Montoya legt nun nach. „Die Zeiten, die sie in Barcelona gefahren sind, liegen, nach allem, was ich gehört habe, drei bis vier Sekunden vom tatsächlichen Potenzial des Autos entfernt“, sagte der Kolumbianer. Heißt im Klartext: George Russell hätte demnach im Qualifying-Trimm sogar Zeiten im 1:12er-Bereich fahren können, während im Test noch 1:16er-Runden notiert wurden.
Ist die Formel 1 2026 deutlich schneller als erwartet?
Zur Einordnung: Oscar Piastris Polezeit beim Spanien-GP 2025 lag bei 1:11,546 – unter deutlich besseren Bedingungen. Gleichzeitig hieß es im Vorfeld, die neuen 2026er-Autos würden ein bis 2,5 Sekunden langsamer. Montoyas Aussage stellt diese Prognosen komplett auf den Kopf.
Ob Mercedes tatsächlich „sandbaggt“, wird sich frühstens beim nächsten Test in Bahrain, spätestens aber beim Saisonauftakt in Melbourne zeigen. Bislang betonten alle Fahrer, dass es in Barcelona nur um Funktionalität und Kilometer ging.
Montoya denkt bereits weiter und stellt eine brisante Frage: Könnte Mercedes 2026 so dominieren wie Red Bull zu Beginn der Saison 2023? Damals gewann das Team die ersten Rennen nach Belieben. Ein Unterschied: Mercedes beliefert McLaren mit Motoren und stärkt damit gleichzeitig einen direkten Titelkonkurrenten.
„Jemand wird es richtig machen, jemand nicht“, sagt Montoya. „Wenn Mercedes extrem überlegen ist – heißt das dann, dass alle Mercedes-Teams stark sind?“
Doch eine neue Wende in der Diskussion um den Mercedes-Motortrick, der 15 PS Leistung bringen soll, könnte alle Rennställe mit einem Stern auf dem Aggregat massiv schwächen.
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