Ferrari hat ein starkes Auto, doch Mercedes liegt klar vorn. In Maranello arbeitet man offenbar bereits an einer komplett neuen Formel-1-Power-Unit.
Ferrari zählt mit dem SF-26 aktuell zu den stärksten Autos im Feld, zumindest beim Chassis. Das Auto gilt als stabil in schnellen Kurven, gut ausbalanciert und mit einem Abtriebsniveau, das sich mit dem Mercedes W17 messen kann. Doch im Motorenbereich haben die Silberpfeile derzeit einen klaren Vorteil.
Das zeigte sich zuletzt auch im Qualifying in China. Lewis Hamilton und Charles Leclerc fehlen etwa dreieinhalb Zehntelsekunden. Besonders auf den Geraden fällt der Ferrari sichtbar ab.
Ferrari arbeitet offenbar an komplett neuem Motor
Laut AutoRacer.It arbeitet Ferrari deshalb bereits an einem völlig neuen Motorenkonzept. Die aktuelle Power Unit gilt in Maranello eher als Übergangslösung. Der Verbrennungsmotor basiert im Kern noch auf einer Architektur aus 2025, die vor allem auf Zuverlässigkeit ausgelegt wurde. Dadurch sind die Entwicklungsmöglichkeiten jedoch begrenzt.

Der neue Motor soll ein deutlich anderes Konzept verfolgen. Ziel ist es vor allem, die Spitzenleistung länger halten zu können und den Leistungsabfall bei hohen Temperaturen zu reduzieren.
Früheres Motorprojekt scheiterte
Der ursprüngliche Motorentwurf unter dem ehemaligen Ferrari-Ingenieur Wolf Zimmermann scheiterte laut internen Informationen an falschen Berechnungen im Bereich der Verbrennungseffizienz und thermischen Belastung.
Die Folge waren massive Zuverlässigkeitsprobleme auf dem Prüfstand. Deshalb entschied sich die Motorenabteilung kurzfristig auf eine konservativere Architektur umzusteigen. Diese Lösung funktioniert zwar stabil, bietet aber kaum Entwicklungsspielraum.
Neuer Motor könnte schon 2026 kommen
Die Italiener arbeiten deshalb bereits an einer komplett neuen Power Unit, die ursprünglich für 2027 geplant war. Durch ein spezielles FIA-System könnten die Italiener den Motor aber sogar noch in dieser Saison einsetzen. Das sogenannte ADUO-System (Additional Development and Upgrade Opportunities) erlaubt Herstellern Änderungen am Motor, wenn sie gegenüber der Konkurrenz deutlich zurückliegen.

Sollte Ferrari diese Voraussetzungen erfüllen, könnte der neue Motor theoretisch nach der Sommerpause eingeführt werden, etwa rund um den Belgien-Grand-Prix, das zwölfte Rennen der Saison.
Möglicher Gamechanger im Titelkampf
Für Ferrari könnte der neue Motor entscheidend sein. Denn während das Chassis bereits konkurrenzfähig wirkt und die Aerodynamik mit Mercedes mithalten kann, fehlt der Scuderia aktuell noch etwas Leistung auf den Geraden.
Sollte der neue Motor tatsächlich kommen, und die versprochenen Verbesserungen liefern, könnte er zum entscheidenden Faktor im Titelkampf werden.
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