Formel 1

FIA stoppt Qualifying-Trick: Motoren-Kniff von Mercedes und Red Bull verboten

Formel 1 Andrea Kimi Antonelli Mercedes China 2026
Andrea Kimi Antonelli. Credit: Mercedes
Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mehr Leistung auf Knopfdruck: Nach Experimenten von Mercedes und Red Bull greift die FIA jetzt durch und verbietet einen neuen, umstrittenen Motoren-Trick.

Die FIA hat schnell reagiert. Nach dem Japan-Wochenende untersagt der Weltverband eine Grauzonen-Nutzung beim Energiemanagement der Formel-1-Autos.

Im Fokus steht ein Kniff, mit dem Teams kurzfristig mehr elektrische Leistung aus der Batterie holen konnten; vor allem im Qualifying.

So funktionierte der Motor-Trick Von Mercedes und Red Bull

Hintergrund: Normalerweise regeln die Vorschriften klar, wie die elektrische Leistung abnimmt. Sinkt der Ladestand der Batterie, wird auch die Leistung der MGU-K schrittweise in 50-kW-Schritten pro Sekunde reduziert. Damit soll verhindert werden, dass Autos plötzlich schlagartig langsamer werden.

Formel 1 Max Verstappen Red Bull Japan 2026
Max Verstappen. Credit: Getty Images / Red Bull Content Pool

Genau hier haben Mercedes und Red Bull angesetzt. Beide Teams nutzten offenbar eine Schutzfunktion im System, den sogenannten Notfallmodus.

Dieser ist eigentlich dafür gedacht, die Technik bei Software-Problemen zu schützen. Aktiviert man ihn jedoch gezielt, kann die volle Leistung der Batterie bis zum letzten Moment abgerufen werden – ohne die vorgeschriebene Leistungsreduktion.

Der Trick bringt vor allem auf einer schnellen Runde einen kleinen Vorteil. Die letzten Meter bis zur Ziellinie lassen sich mit maximaler Energie fahren, was entscheidende Hundertstel bringen kann.

Für das Rennen ist die Methode dagegen ungeeignet. Nach Aktivierung des Notfallmodus bleibt die MGU-K für 60 Sekunden deaktiviert. Heißt: Im Rennbetrieb wäre das ein klarer Nachteil.

Sicherheitsbedenken im Fahrerlager

In Suzuka fiel die ungewöhnliche Nutzung erstmals stärker auf. Einige Fahrer waren nach schnellen Runden plötzlich deutlich langsamer unterwegs, weil die Systeme nicht wie gewohnt arbeiteten.

Formel 1 George Russell Mercedes Japan 2026
George Russell. Credit: Mercedes

Das birgt Risiken. Unterschiedliche Geschwindigkeiten auf der Strecke können zu gefährlichen Situationen führen, etwa zu Auffahrunfällen oder Ausweichmanövern.

Nach den Ereignissen hat die FIA den Teams unmissverständlich klargemacht, dass der Notfallmodus ausschließlich für echte technische Probleme gedacht ist.

Künftig will der Weltverband die Telemetriedaten genau überwachen. Wird der Modus gezielt zur Leistungssteigerung eingesetzt, drohen Strafen.

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Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


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