Hamilton fährt in Barcelona Bestzeit, nur sechs Zehntel fehlen zum Rundenrekord. Warum diese Zeit trotz Test-Unbekannten ein starkes Signal ist.
Lewis Hamilton hat beim Shakedown in Barcelona den Schlusspunkt gesetzt. Mit 1:16,348 Minuten setzte der Ferrari-Neuzugang die Bestzeit. Die Zeit sollte man nicht überbewerten, bleibt aber dennoch hängen. Denn Hamiltons Runde liegt nur rund sechs Zehntelsekunden über dem Renn-Rundenrekord, den Oscar Piastri 2025 aufgestellt hatte.
Natürlich gilt: Angaben zu Tankmengen und Motor-Modi sind bekannt. Nur, dass der Rekordweltmeister beim Umlauf den weichen C3-Reifen aufgeschnallt hatte. Doch der Kontext macht diese Zeit bemerkenswert. Wir sprechen von Ende Januar, kühlen Bedingungen und den allerersten Ausfahrten eines komplett neuen Reglements. Und trotzdem kratzt die Formel 1 bereits jetzt am bisherigen Limit, obwohl im Vorfeld vielfach prognostiziert wurde, dass die Autos zwei bis 2,5 Sekunden langsamer werden sollten.

Ganz überraschend ist das allerdings nicht. Schon bei früheren Regeländerungen lagen die Vorhersagen teils neben der Realität. Das zeigt einerseits, wie schwer solche Performance-Prognosen sind, spricht andererseits aber auch für die Ingenieurskunst der Formel 1, die Rückschritte oft schneller kompensiert als erwartet.
Hamilton schwärmt: „Ich spüre diese Siegermentalität“
Für Lewis Hamilton war die Bestzeit dennoch mehr als nur eine Randnotiz. Der Rekordweltmeister schwärmte nach dem Test von der Stimmung bei Ferrari: „Ich spüre wirklich diese Siegermentalität. Jede einzelne Person im Team ist mehr denn je positiv gestimmt.“ Schon zuvor hatte Hamilton betont: „Ich liebe dieses Team.“

Trotz aller Euphorie bleibt der Brite realistisch. „Wir machen uns keine Illusionen darüber, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben“, stellte er klar und verwies auf die Konkurrenz: „Mercedes hat eine großartige Laufleistung erzielt. Haas und Red Bull fuhren ebenfalls sehr viel. Wir wissen noch nicht, wo wir stehen.“
Unterm Strich bleibt: Sechs Zehntel zum Rundenrekord, am Beginn eines neuen Reglements, sind ein starkes Signal. Die Formel 1 könnte 2026 schneller sein, als es viele erwartet hatten.
Barcelona-Test 2026 – Gesamtergebnis aus fünf Testtagen
| Position | Fahrer | Team | Rundenzeit / Rückstand | Runden |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Lewis Hamilton | Ferrari | 1:16.348 Min. | 209 |
| 2 | George Russell | Mercedes | +0,097s | 265 |
| 3 | Lando Norris | McLaren | +0,246 | 163 |
| 4 | Charles Leclerc | Ferrari | +0,305 | 231 |
| 5 | Andrea Kimi Antonelli | Mercedes | +0,733 | 237 |
| 6 | Oscar Piastri | McLaren | +1,098 | 128 |
| 7 | Max Verstappen | Red Bull | +1,238 | 145 |
| 8 | Pierre Gasly | Alpine | +1,359 | 231 |
| 9 | Isack Hadjar | Red Bull | +1,811 | 158 |
| 10 | Esteban Ocon | Haas | +2,045 | 243 |
| 11 | Oliver Bearman | Haas | +2,075 | 148 |
| 12 | Arvid Lindblad | Racing Bulls | +2,103 | 167 |
| 13 | Liam Lawson | Racing Bulls | +2,492 | 152 |
| 14 | Franco Colapinto | Alpine | +2,802 | 118 |
| 15 | Nico Hülkenberg | Audi | +3,522 | 149 |
| 16 | Gabriel Bortoleto | Audi | +3,831 | 95 |
| 17 | Fernando Alonso | Aston Martin | +4,447 | 61 |
| 18 | Valtteri Bottas | Cadillac | +4,572 | 88 |
| 19 | Sergio Perez | Cadillac | +4,676 | 77 |
| 20 | Lance Stroll | Aston Martin | +30,056 | 4 |
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