Nach harter Kritik der Fahrer zieht die Formel 1 die Notbremse. Doch schon vor dem Rennen in Miami gibt es neue Sorgen.
Die Formel 1 meldet sich nach der Pause mit wichtigen Anpassungen zurück. Vor dem Grand Prix von Miami greift die FIA ins Regelwerk ein – als direkte Reaktion auf die Kritik von Stars wie Max Verstappen. Besonders das Qualifying und die Sicherheit stehen im Fokus.
Während die Fahrer ihre Pause nutzten – Verstappen drehte Runden auf der Nordschleife, Lewis Hamilton feierte auf dem Coachella-Festival – wurde im Hintergrund intensiv gearbeitet. „Wir hatten alle die Pistole an Kopf“, sagt Jan Monchaux, beim Automobilweltverband FIA Technischer Direktor für die Monoposto.
Was er meint: Fahrer und Fans liefen Sturm gegen die neuen Antriebseinheiten und deren übertriebenes Energiemanagement.
Unter hohem Zeitdruck wurden mehrere Anpassungen beschlossen, die bereits in Miami greifen sollen.
„Es ist ein Kompromiss“, sagte Monchaux über das Ergebnis „mühsamer“ Gespräche.
Neue Formel-1-Regeln: Mehr Vollgas im Qualifying
Eine der wichtigsten Änderungen betrifft das Qualifying. Die Autos können nun weniger elektrische Energie pro Runde speichern und müssen seltener in den Lademodus wechseln.
Für die Fahrer bedeutet das: wieder mehr Vollgas, weniger Energiesparen und endlich wieder Runden am Limit.
Auch beim Thema Sicherheit reagiert die FIA. Nach mehreren gefährlichen Situationen, vor allem dem schweren Unfall von Oliver Bearman in Suzuka, wurden Maßnahmen ergriffen.

Durch ein angepasstes Energiemanagement sollen die teilweise extremen Geschwindigkeitsunterschiede auf der Strecke reduziert werden. Weitere Anpassungen sind für den Start geplant.
Domenicali widerspricht Kritik
Die Änderungen sind ein klares Zeichen: Die Formel 1 sieht selbst Handlungsbedarf. Doch F1-Boss Stefano Domenicali will von einer Krise nichts wissen.
„Die Formel 1 hat keinerlei Probleme, die Formel 1 ist in bester Verfassung – nur damit das allen klar ist“, sagte der Italiener gegenüber „The Race“: „Die überwiegende Mehrheit der Fans hat von Anfang an sehr positiv auf das reagiert, was sie an Rennaction zu sehen bekommen.“

Trotz der schnellen Anpassungen bleibt ein ungutes Gefühl – auch intern. Bis zum Rennsonntag werde er „noch ein ungutes Gefühl haben, weil die Software, die wir produzieren mussten, nicht so erprobt wurde, wie wir es gerne hätten“, meint Monchaux. Es könne sein, „dass etwas Unvorhergesehenes passiert, was wir so nicht wollen“.
Blick nach vorn: Formel 1 plant neue Motoren
Allein: Die Diskussionen sind damit längst nicht beendet. Schon jetzt richtet sich der Blick auf die nächste Motorengeneration ab 2031.
„Wir hatten letztes Jahr ein paar Gespräche mit den Motorenherstellern, in denen wir schon ein bisschen die Fühler ausgestreckt haben“, verrät Monchaux: „In den nächsten zwei bis drei Monaten werden wir den Sack zumachen müssen.“
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