Nach dem Sieg in Barcelona und dem Motor-Update war die Hoffnung groß, dass Ferrari auch in Spielberg vorn angreifen könnte. Im Training folgt die Ernüchterung.
Ferrari hat sich den Trainingsfreitag in Spielberg anders vorgestellt. Trotz des neuen Motor-Upgrades blieb die Scuderia deutlich hinter Mercedes und McLaren zurück. Charles Leclerc schlug nach dem zweiten Freien Training deshalb ungewohnt deutliche Töne an.
Leclerc vermisst Ferrari-Pace
Der Monegasse griff wegen des Rookie-Einsatzes von Dino Beganovic erst im zweiten Training ins Geschehen ein und kam nicht über Rang acht hinaus. Vor allem die fehlende Geschwindigkeit bereitet ihm Sorgen.

„Was den Reifenabbau angeht, sind wir hier nicht schlecht aufgestellt. Das größere Problem ist aber, dass uns einfach die Pace fehlt. Vielleicht sind wir nach 20 Runden schneller, aber das reicht nicht“, erklärte Leclerc.
Bereits im ersten Training habe sich abgezeichnet, dass Ferrari Schwierigkeiten bekommen würde.
„In Barcelona gab es am Freitag noch Anzeichen dafür, dass unsere Performance besser werden könnte. Hier war es schon im ersten Training ein harter Kampf, und im zweiten Training hat sich das aus dem Cockpit genauso angefühlt.“
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Besonders kritisch sieht Leclerc das Fahrverhalten des SF-26.
„Uns fehlt insgesamt Grip. Wir rutschen vom ersten Meter an über alle vier Räder. Die Balance ist sehr offen.“
Dabei hatte Ferrari große Hoffnungen in das neue Update-Paket gesetzt. Neben mehreren neuen Aerodynamik-Teilen brachte die Scuderia auch die weiterentwickelte Power Unit mit nach Spielberg. Das überarbeitete Aggregat soll zusammen mit dem neuen Shell-Kraftstoff rund 10 bis 15 PS mehr Leistung liefern.
Auf der Strecke war davon allerdings kaum etwas zu sehen. Lewis Hamilton wurde Fünfter, Leclerc belegte Rang acht und lag mehr als acht Zehntelsekunden hinter Trainingsschnellstem Andrea Kimi Antonelli.

Mercedes setzt Maßstäbe
Während Ferrari enttäuschte, dominierte Mercedes den Freitag. Antonelli fuhr in 1:07,014 Minuten die Bestzeit vor den beiden McLaren von Oscar Piastri und Lando Norris. Max Verstappen belegte trotz eines kuriosen Sitzproblems den vierten Platz.
Ferrari hofft nun darauf, über Nacht die richtige Abstimmung zu finden. Andernfalls dürfte der Kampf um die Pole Position am Samstag kaum erreichbar sein.
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